25.03.2019

Endlich ist es wieder soweit. Diesmal Richtung Sizilien. Am Montag verlassen wir Disentis Richtung Italien. Das Wetter ist heute in Disentis nicht gerade schön. Sobald wir das Tessin über den Lukmanier erreichen zeigt sich die Sonne. Alles ist in voller Blütenpracht - Forsythie, Magnolie, Kamelien etc. - herrlich.

Wir fahren heute bis kurz vor Livorno, wo wir am Mittwochabend die Fähre Richtung Palermo nehmen. In Marina di Pisa finden wir einen Stellplatz, wo wir uns für 2 Tage einrichten. 

Um Mitternacht fängt es an zu stürmen! Es wird eine unruhige Nacht.


26.03. - 28.03.2019

Marina di Pisa - Tirrenia - Palermo

B: 38.147880

L: 13.352209

 Es windet heute immer noch, jedoch nicht mehr so heftig wie heute Nacht. Wir machen uns auf den Weg Marina di Pisa zu erkundigen. Leider gibt es hier nicht viel zu sehen. Wir laufen dem Meer entlang und anschliessend durch einen Park. Hier windet es nicht so fest.

Am nächsten Tag fahren wir Richtung Tirrenia, das nur 5 Kilometer entfernt ist. Hier ist unser Pro Lee von Selva bis Anfang April beschäftig. Wir haben uns für eine Runde Golf eingetragen, jedoch nur 9 Löcher, ist es doch das erste Mal in diesem Jahr, dass wir die Golfschläger in die Hand nehmen. Lee sehen wir nur kurz, er muss auf einem anderen Golfplatz ein Stunde geben. Nachdem wir auf der Drivingranch die ersten Bälle geschlagen haben, versuchen wir uns auf dem Platz. Es geht einmal besser - einmal schlechter, jedoch gar nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass dies unser erstes Spiel im 2019 ist. Auf Loch 9 erwartet uns eine Biberrattenfamilie. Die Jungen sind sicher noch nicht alt, sehen sie doch noch niedlich aus.

Nach einem feinen Mittagessen machen wir uns auf den Weg nach Livorno, das wir schon nach 10 Minuten erreichen. Heute Nacht geht es ja mit der Fähre Richtung Sizilien. Nach langem Suchen, das Navi führt uns immer wieder in die Irre, finden wir den Hafen der Grimaldi Line. Leider ist es von hier aus nicht möglich zu Fuss in die Stadt zu gehen, was wir eigentlich vor hatten. So machen wir es uns im WoMo gemütlich, lesen und ruhen uns aus. Um 18.00 Uhr können wir einchecken, die Fähre fährt erst um 23.30 Uhr ab. Doch ohalätz - wir können noch lange nicht auf die Fähre. Es hiess, dass spätestens 120 Minuten vorher eingecheckt sein muss! Wir warten und warten und warten! Lastwagen um Lastwagen fahren auf die Fähre, anschliessend die Autos, dann wieder Lastwagen um Lastwagen. Eigentlich sollte die Fähre um 23.30 Uhr abfahren - wir stehen immer noch draussen!!! Endlich um 23.45 Uhr lassen sie die WoMo's auch auf die Fähre. Es ist nach Mitternacht, bis wir unsere Kabine beziehen können. Hunger haben wir auch noch nach dem langen warten. Zum Glück ist die Küche noch offen, wo wir uns noch verpflegen können. Damit wir gut schlafen, genehmigen wir uns noch einen Gin Tonic, bevor wir uns in unserer Kabine schlafen legen.

Das Meer ist zum Glück ruhig - nicht wie beim letzten Mal von Bergen nach Hirtshals - und wir somit ruhig schlafen können.

Es wird ein langer, langweiliger Tag auf der Fähre, die ihre besten Jahre hinter sich hat. Wir verweilen uns mit Lesen, Essen, Gespräche etc., bevor wir endlich um 18.30 Uhr in Palermo ankommen, es dauert jedoch noch einige Zeit, bis wir die Fähre verlassen können. Das Wetter ist heute nicht rosig, sollte ab Morgen jedoch sonnig sein.

Wir fahren direkt auf den Stellplatz und richten uns gemütlich ein. Ab Morgen geht es dann richtig los mit unserer Reise.


29.03.2019

Palermo

B: 38.147880

L: 13.352209

Am frühen Morgen machen wir uns mit dem Bus auf Richtung Innenstadt. Auch wenn es einen Fahrplan hat, man wartet und wartet - eben Italien.

Wir begeben uns ins Informationszentrum, fragen nach einem Stadtplan und lassen uns erklären, was man unbedingt gesehen haben muss. Anschliessend nichts wie los! Es hat sehr schöne alte Gebäude, jedoch auch sehr viele, die dem Verfall sehr nahe sind. An einer Kreuzung lassen wir uns von einem Kutscher überreden, die Stadt mit ihm zu durchqueren. Abgemacht war eine Stunde! Ja die Italiener, schlussendlich waren es 2 Stunde und die mussten wir dann auch bezahlen!

Der Piazza Pretoria mit dem Marmorbrunnen des Florenz Meisters Camiliani aus dem Jahr 1555 ist sehr beeindruckend. Der Brunnen wurde eigentlich für den Garten einer Villa in Florenz geschaffen, der Sohn der Auftraggeber verkaufte ihn jedoch günstig nach Palermo. Wahrscheinlich war seine Geldbörse leer.

Die Cattedrale Maria Santissima Assunta zieht alle Blicke auf sich. 1184 erbaut, wurde sie im 14. und 16. Jahrhundert mehrfach umgestaltet und präsentiert sich heute im Innern als klassizistische Pfeilerbasilika. Die königlichen Porphyrsarkophage von Friedrich II., Roger II. und Heinrich VI., sowie die kirchliche Schatzkammer mit der Krone, die Friedrich II. seiner Frau ins Grab legte, können gegen Eintrittsgebühr besichtigt werden. Uns genügt jedoch das Innere der Cattedrale, die mit viel Prunkt ausgestattet ist.

In den Katakomben des Convento dei Cappuccini werden unzählige mumifizierte Leichen zur Schau gestellt. Mit mehr oder weniger gut erhaltenen Kleidungsstücken, nach Geschlechtern und Berufen getrennt, müssen sie die Augen und, obwohl verboten, die Objektive der Touristen ertragen. Eine Attraktion, bei der man gerne wieder zurück ans Sonnenlicht geht.

Spaziert man auf der Via V. Emanuele und wirft einen Blick links und rechts in die Seitengassen, sieht man frisch renovierte Häuser, jedoch auch halb eingefallene, mit Streben gestützte, marode Gebäude.

Nach so vielen historischen Besichtigungen schlendern wir durch den Mercato Ballaro, wo frische Meerestiere aller Art, Gemüse und Früchte angeboten werden. Am Ende des Marktes lassen wir uns vor einem Restaurant nieder und geniessen einheimische Spezialitäten. Eine Karte mit Preisen gibt es nicht, so dass wir wieder das Gefühl haben, dass wir wahrscheinlich als Touristen das doppelte gezahlt haben. Nichts desto Trotz - es schmeckte super.

Zwischendurch gehen wir zurück auf den Stellplatz und ruhen uns für eine Stunde aus. Am späteren Nachmittag machen wir uns nochmals auf die Pirsch.

Zuerst genehmigen wir uns einen feinen Espresso, bevor es weiter geht. Wir kommen an die Kreuzung, wo die Fussgängerzone beginnt auf die Piazza Vigliena, auch Quattro Canti genannt. Die Hausecken an diesem Platz sind konkav gestaltet und mit Statuen, die die Jahreszeiten symbolisieren, geschmückt. Wir schlendern weiter, sehen schöne Innenhöfe und finden einen Laden mit Spezialitäten Siziliens. 

Nach einiger Zeit finden wir auf einem Platz ein herziges Beizli, wo wir mit einem Gin Tonic den Abend beschliessen.

Parkieren in Palermo: Handbremse nicht anziehen. Findet man nur eine kleine Lücke - einparkierten und sanft das hintere Auto stossen, gleiches Verfahren mit dem vorderen Auto - bis man einparkiert hat. Sind keine Parkplätze mehr vorhanden - auf dem Trottoir, auf der markierten Bushaltestelle oder in zweiter Reihe parkieren. Faszit: kein teures oder neues Auto in Palermo!

Wartet man auf einen Bus, unbedingt zwischen den Auto's Ausschau halten und wenn der Bus kommt, mit den Armen winken, ansonsten fährt der Bus - ohne Anzuhalten - weiter.


30.03.2019

Palermo -

Campofelice di Roccella

B: 37.998579

L: 13.882545

km 183

Am Morgen packen wir unser WoMo für die Weiterreise Richtung Monreale. Monreale ist nur wenige Kilometer von Palermo auf einem Hügel gelegen entfernt. Wie kann es anders sein - wir fahren direkt ins Dorf mit seinen schmalen Gassen. Wir müssen aufpassen, dass wir kein Balkon mitnehmen auf unserer Fahrt. Zum Glück können wir bald wieder aus dem Dorf raus und finden auch einen Parkplatz. 

Die Kathedrale Santa Maria Nuova in Monreale ist die Bischofskirche des Erzbistums Monreale auf Sizilien. Die dem Patrozinium der Aufnahme Mariens in den Himmelgeweihte Kathedrale ist eine Basilica minor. Berühmt ist die Kathedrale für die byzantinischen Mosaiken und den Kreuzgang. Zusammen mit dem arabisch-normannischen Palermo und der Kathedrale von Cefalù wurde die Kirche 2015 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Der Bau der Kathedrale, zunächst als Klosterkirche und Memorialbau konzipiert, erfolgte in den Jahren 1172 bis 1176. Auftraggeber war König Wilhelm II. von Sizilien. Die Kathedrale zeigt in besonders eindrucksvoller Weise den normannisch-arabisch-byzantinischen Baustil, der zu dieser Zeit in Sizilien verbreitet war und eine Symbiose dreier verschiedener Kulturen darstellte. Normannisch/romanisch ist dabei vor allem der massive Baukörper als Ganzes, arabische Stilelemente zeigen sich in den Blendbögen und Intarsien an den Außenmauern, besonders den Apsiden, und byzantinisch sind die Goldgrundmosaiken an den Innenwänden der Kathedrale.

Das Innere der Kirche ist durch zwei Reihen von jeweils neun Säulen mit korinthischen Kapitellen in drei Schiffe unterteilt, wobei das Mittelschiff mehr als doppelt so breit ist wie die Seitenschiffe. Baulich besonders hervorgehoben ist der Chorraum in der Vierung, dem Schnittbereich von Längsschiff und Querschiff.

Die Wände sind in ihrem unteren Teil mit Marmor verkleidet, der ebenso wie der Fußboden auf islamische Vorbilder zurückgeht. Die oberen Teile der Wände sind vollständig mit byzantinischen Goldgrundmosaiken bedeckt. Die Mosaiken wurden in der Zeit von 1179 bis 1182 von einheimischen und Künstlern aus Konstantinopel geschaffen und bedecken insgesamt eine Fläche von 6.340 m². Die Holzdecke wurde nach einem Brand im Jahr 1811 zu großen Teilen erneuert.

Die Mosaiken auf Goldgrund im Mittelschiff und an der Westwand zeigen in zwei Reihen Szenen aus dem Buch Genesis, in der oberen Reihe die Schöpfungsgeschichte bis zur Vertreibung aus dem Paradies, in der unteren Reihe Szenen aus dem Leben der Stammväter Noach, Abraham, Isaak und Jakob.

Die Mosaiken des Chorraums und der Querschiffe stellen Szenen aus dem Leben Jesu Christi von der Verkündigung bis zur Himmelfahrtund der Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten dar. An den Wänden der Seitenschiffe sind die Wunder Jesu Christi dargestellt.

Wir haben selten eine so schöne und eindrucksvolle Kathedrale gesehen. Vor allem die Mosaike haben es uns angetan. Monreale selbst ist eine alte Stadt mit vielen kleinen Gassen.

Weiter geht es auf den Spuren der Mafia! Sizilien ist meist untrennbar mit dem Begriff "Mafia" verbunden. So darf ein Besuch der ehemaligen Hochburg der "ehrenwerten Gesellschaft" natürlich nicht fehlen. Hier, im Innern der Insel, wurden im 18. Jahrhundert sie Kleinbauern und Tagelöhner durch den Adel ausgebeutet und viele völlig verarmte Bauern sahen daraufhin ihre einzige Hoffnung für die Zukunft in der Mafia. Der Blutzoll war allerdings hoch, allein in Corleone sollen 200 Menschen durch Mafiafehden umgekommen sein. Deshalb erscheint es naheliegend, dass der Autor Mario Putz in seinem Roman dem Jungen aus Sizilien, der zum mächtigsten Paten von Amerika aufsteigt, den Nachnamen Corleone gab.

Es hat viele malerische Kleinstädte wie Palazzo Adriano, Roccapalumba und Caccamo, ebenso wie die reizvolle Landschaft im Bosco della Ficuzza.

Gegen Abend treffen wir in Campofelice di Roccella ein, wo wir am Strand einen Parkplatz für die Übernachtung finden.


31.03.2019 

Campofelice di Roccella -

Capo d'Orlando

Vorbei an Cefalu, dass wir leider auslassen müssen, es gibt keine Möglichkeit irgendwo mit unserem WoMo zu parkieren, fahren wir Richtung Naturschutzgebiet von den Madonien. Hier herrscht kein Touristenrummel - auch im Sommer nicht. Dafür Bergdörfer in imposanter Lage, Weideflächen, Buchwälder und verkarstete Hochflächen mit zahlreichen Dolinen prägen das Landschaftsbild.

Unsere erste Station ist Isnello das auf 550 m ü.M. liegt. Erstanden ist Isnello im 13. Jahrhundert um ein Kastell, von dem heute nur noch Reste erhalten sind. Die älteren Frauen haben heute Waschtag und hängen ihre Wäsche vor dem Balkon auf. Die Männer sitzen draussen und besprechen das Vergangene und Zukünftige - wie es sich gehört.

Wir fahren weiter auf kleinen Strassen durch das Naturschutzgebiet von Madonien. Wunderschöne Landschaften und Wälder zäumen unseren Weg. Es geht immer weiter den Berg hinauf, bis wir am Fuss des höchsten Berges der Madonien, der Pizzo Carbonara (1'979m) erreichen, wo die Parkplätze vollgestellt von Skifahrern und Snowboarders sind. Es hat genügend Schnee, so dass auch hier das Skifahren im Frühling noch genossen wird. Im Sommer ist dies ein Rückzugsgebiet für die unter der Hitze seidenen Grossstädter.

Die Madonienrundfahrt nähert sich ihrem Ende zu. Bevor es wieder an die Küste geht, wollen wir noch Pollina besichtigen. Pollina liegt in spektakulärer Lage auf einem 760m hohen Bergkegel, deshalb muss zuerst eine etwas steile Auffahrt bewältigt werden, wo wir Anfangs Dorf zum Glück einen Parkplatz finden. Der Spaziergang durch die Gassen den Berg hinauf ist beeindruckend. Oben finden wir das 1978 erbaute moderne Freilufttheater, das einem antiken griechischen Theater nachempfunden wurde. Nach einer kurzen Verschnaufpause, wo wir die Aussicht geniessen, lassen wir uns wieder durch die Gassen treiben bis wir unser WoMo wieder erreichen.

In Capri d'Orlando finden wir einen Parkplatz zum Übernachten gleich neben einer Pizzeria, wo wir uns nach diesem langen Tag eine feine Pizza gönnen.


01.04. - 02.04.2019

Capo d'Orlando - Randazzo - Catania

B: 37.532061

L: 15.120308

Wir fahren querfeldein Richtung Randazzo auf kleinen Strassen mit vielen Kurven, jedoch einer schönen Landschaft. Auf einer Alp machen wir einen Zwischenstopp, trinken Kaffee und stärken uns mit einem Frühstück, für das wir heute Morgen keine Zeit gehabt haben.

Zwischendurch streikt unser WoMo wieder einmal und stellt zwischendurch plötzlich ab. So beschliessen wir zur Sicherheit in Randazzo eine Garage zu suchen, die wir dann in einer kleinen Seitenstrasse schlussendlich auf finden. Der Mechaniker findet sehr schnell den Fehler - beim letzten Tanken muss etwas Wasser dabei gewesen sein! Er reinigt alle Teile und setzt noch einen neuen Filter ein, der allem Anschein nach schon lange nicht mehr ausgewechselt wurde. Nach 2 Stunden ist der Schaden behoben und wir können weiterfahren.

Bevor wir weiterfahren, beschreibt uns der Chef und seine Angestellte noch, wo wir unbedingt hin müssten und gibt uns noch Adressen mit Campingplätzen mit.

Wir beschliessen heute noch bis Catania zu fahren und dort 2 Tage zu bleiben. 

Autofahren in Sizilien: Überholverboten Tafeln kennen die Sizilianer nicht, ebenso die Sicherheitslinie, sowie Geschwindigkeitsbegrenzung.

Auf der Strecke zwischen Randazzo und Catania sind links und rechts der Strasse Haufen von Abfällen. Das fällt uns in Sizilien auf - Abfälle werden auf der Strasse entsorgt - schade!

Wir finden einen Campingplatz direkt am Meer, nichts besonderes, aber ruhig.

Am nächsten Morgen zuerst eine Dusche! Doch oha - es dauert sicher 10 Minuten bis ein bisschen warmes Wasser kommt. Nicht gerade angenehm.

Wäsche wird auch noch gewaschen. In der Zwischenzeit bereitet Tumaisch den Mio für unsere Fahrt in die Stadt vor. Catania ist mit ca. 315'000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt Siziliens. Im 8. Jahrhundert vor Christus von griechischen Siedlern gegründet, entwickelte es sim im 3. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Handelszentren im Mittelmeer. 1669 waren ein Ausbruch des Ätnas und 1693 ein schweres Erdbeben Schuld an der beinahe vollständigen Zerstörung der Stadt. Der Wiederaufbau erfolgte im barocken Baustil. Die Verarbeitung des Lavagesteins als Baumaterial ist in Catania überall sichtbar: an Palästen, Wohnhäusern, Kirchen, als Strassenpflaster und am Hafen. Das Wahrzeichen Catania, ein aus Lavastein gehauener Elefant, der auf seinem Rücken einen ägyptischen Obelisken aus Granit trägt, steht ebenso wie die Cattedrale S. Agatha an der zentralen Piazza Duomo.

Wir schlendern, nach einem obligatorischen Espresso, durch die autofreie Strasse und suchen den lebhaften Fisch- und Lebensmittelmarkt. Der Markt ist bald zu Ende, ein paar Stände schon weg - der Abfall überall! Wir kaufen noch 1kg Tomaten und Zwiebeln und das für Euro 1.50!

Bevor wir zu unserem WoMo zurückfahren, genehmigen wir uns nochmals einen Kaffee. Tumaisch hat in der Zwischenzeit gelernt wie die Sizilianer durch die Strassen zu fahren. Mir bleibt hinten nichts anderes übrig, als die Augen zu schliessen, an Tumaisch festhalten und mit ihm zu bewegen. Mal rechts, mal links an Autos vorbei und husch wieder zwischendurch. Doch wir schaffen den Heimweg ohne Vorkommnisse. Ja - wir kommen heil an.

Nach dem Nachtessen werden wir noch von Schweizer Nachbarn, Brigitte und Ueli, zu einem Glas Wein eingeladen. Sie sind seit Mitte März unterwegs und werden für 6 Monate umherfahren. Es wird ein gemütlicher Abend - Danke Brigitte und Ueli.


03.04.2019

Catania - Brucoli - Augusta - Necropole di Pantalics - Siracusa

km 198

B: 37.076765

L: 15.288545

Bevor wir weiterfahren, wird das WoMo wieder auf Stand gebracht - heisst es wird geputzt! Anschliessend Grauwasser leeren und frisches Wasser auffüllen.

Wir fahren der Küste entlang Richtung Brucoli. Brucoli ist ein ehemaliges Fischerdorf und entwickelte sich in ein Seebad und Schnorchelrevier für Touristen. Das Dorf ist klein, die Küste sehr schön. Die aus dem 15. Jahrhundert stammende Festung, die dem Schutz von Piraten diente, kann man leider nicht besichtigen.

Also weiter Richtung Augusta. Hier finden wir leider keinen Parkplatz, weshalb wir uns entschliessen weiter Richtung Nekropole di Pantalics zu fahren. Landschaftlich wunderschöne Strecke durch kleine, alte Dörfer den Berg hinauf und wieder hinunter. 

Nekropole di Pantalics ist eine der grossen Nekropolen (grosse Begräbnis- und Weihestätte des Altertums) Sizilien und umfasst mehr als 5000 Kammergräber, die aus der späten sizilischen Bronzezeit und der frühen Eisenzeit stammen. 2005 nahm die UNESCO die Nekropolen von Pantalica zusammen mit Syrakus unter der Bezeichnung "Syrakus und die Felsnekoropolis von Pantalica" in das Weltkulturerbe auf. Die ältesten Kammergräber sind um 1279 v. Christus entstanden, die jüngsten etwa im 8 Jahrhundert vor Christus. In frühchristlicher Zeit hat man die Grabstätten teilweise als Wohnung genutzt und zu Kapellen umgebaut.

Wir wandern in die tief eingegrabenen Schluchten des Calcinaras mit ihren natürlichen klaren Wasserbecken. Beeindruckend!

Dann geht es weiter Richtung Syrakus, wo wir mitten in der Stadt einen Stellplatz für WoMo finden. So sind morgen alle Sehenswürdigkeiten in Laufnähe.

Nach diesem anstrengenden Tag haben wir uns ein feines Essen verdient - es gibt Capuns grischuns - mmmhhhh!


04.04.2019

Siracusa

B: 37.076765

L: 15.288545

In der Antike war Siracusa eine der bedeutendsten Städte des Südens, einige Zeit sogar wichtiger als Athen. Heute ist es eine Provinzstadt mit ca. 120'000 Einwohnern, jedoch doch nicht mit der Hektik und Betriebsamkeit von bsp. Catania oder Palermo. Inmitten von Wohn- und Geschäftshäusern sind die antiken Bezirke, im Mittelpunkt der Parco Archeologico von Siracusa ist das Teatro Greco. 

Das Wetter verheisst heute nichts gutes, trotzdem machen wir uns frohen Mutes zu Fuss Richtung Teatro Greco. Wir sind noch nicht ganz angekommen, als wir unsere Schirme aufspannen müssen. Wir lassen uns jedoch nicht unterkriegen und lassen uns in eine antike Welt versetzen.

In einer wahrhaft architektonischen Meisterleistung wurde das Teatro Greco, das im Durchmesser 140m misst, aus dem Fels geschlagen. Viele antike Dramen erlebten hier ihre Uraufführung und auch heute noch finden während der Sommermonate Theateraufführungen statt. Leider ist dadurch das Teatro nicht im Originalzustand zu sehen, sondern eine Holzbühne wurde aufgestellt.

Im selben Ausgrabungsbereich befinden sich die Latomien, die Steinbrüche des antiken Syrakus. Hier wurden die Steine für die gigantischen Bauwerke von Sklaven aus dem Fels gehauen.

Eine 23m hohe und 65m lange künstliche Grotte ist das Ohr des Dionysos. Der Sage nach liess sie der Tyrann von Sklaven in mühevoller Handarbeit herausschlagen. Durch die unnachahmliche Akustik der Grotte konnte er angeblich die Gefangenen belauschen.

Aus dem 3. Jahrhundert stammt das römische Amphitheater. Die Gänge für die Gladiatoren und die Tiere sind noch deutlich erkennbar.

Auf dem Rückweg besuchen wir noch die Santuario della Madonna delle Lacrime Kirche. Ein ganz spezieller Bau. Sie ist die grösste Wallfahrtskirche auf Sizilien.

Am 29. August 1953 begann ein Gipsbild im Haus eines Bauern Tränen zu vergiesse. Die Nachricht über dieses Wunder verbreitete sich schnell und erstmals pilgerten Hunderttausende von Gläubigen nach Syrakus, um ein Madonnen Bild zu sehen. Nach 3 Tagen veranlasste die Kurie, dass von den Tränen eine Probe genommen wurde. Der Tränenfluss stoppte. Die Analyse ergab eine ähnliche Zusammensetzung wie menschliche Tränen. Der Bischof von Palermo erklärte die Tränen für echt und es wurde ein Wallfahrtsort geplant. Der Bau begann 1966, es musste jedoch erst geprüft werden, ob archäologische Funde auf dem Baugelände vorhanden sind. Es wurde ein antikes Wohngebiet aus dem 6. Jahrhundert gefunden und ein Stück einer Strasse ausgegraben. Zuerst wurde dann die Krypta erbaut, hier wird das Wunderbild ausgestellt. Die Kirche wurde 1994 fertiggestellt und durch Papst Johannes Paul II. geweiht.

Nach soviel Antike und dem Regen machen wir eine Verschnaufpause in unserem WoMo, bevor es Richtung Altstadt auf der Halbinsel Ortigia geht. Der Spaziergang über die Halbinsel beginnt an der Ponte Nuovo. Wir flanieren durch die vielen malerischen verwinkelten Gässchen, hübschen Pizzas und schönen Ausblicken auf das Meer und die Küste. Der Regen hat sich ein bisschen beruhigt, so dass wir einigermassen trocken bleiben. Als der Regen wieder einsetzt finden wir eine kleine Bar. Bei einem Gläschen Wein genehmigen wir uns noch eine sizilianische Spezialität - die Arancino. Dies sind frisierte Reisbällchen, die mit unterschiedlichen Füllungen angeboten werden - Rage, Erbsen und Karotten, Mozzarella, Schinken und Bechamelle oder aus Mozzarella und Spinat, jedoch auch mit Fisch, diese jedoch mit schwarzen Reis.

Schlussendlich haben wir heute 16 km zu Fuss zurückgelegt. Wir schlafen demnach auch wie die Herrgöttchen!


05.04.2019

Siracusa - Pozzallo

km 138

B: 36.716809

L: 14.821881

Nachdem heute in der Schweiz der Winter zurückgekehrt ist mit 40cm Schnee in Disentis, regnet es heute in Strömen auf Sizilien. Trotzdem fahren wir der Küste entlang und schauen auf das aufgewühlte Meer, das sich teilweise mit 3m hohen Wellen gegen die Brandung stürzt.

Das Fahren wird mühsam, zumal auch die Strassen - wie fast überall in Sizilien - in einem katastrophalen Zustand sind. Wir fahren an Orangen- und Zitronenplantagen vorbei. Später lösen Gemüsefelder das Bild ab.

Wir beschliessen nur bis Pozzallo zu fahren und dort auf einem Camping - direkt am Stand - besseres Wetter abzuwarten. Sollte sich morgen das Wetter ändern, packen wir unsere Sachen und fahren weiter.


06.04. - 07.04.2019

Pozzallo - Marina di Modica - San Leone

Ein Morgenspaziergang am Strand, die ersten Fischer machen sich bereit. Wir fahren zuerst Richtung Ragusa, kehren jedoch um, da es anfängt zu regnen. So machen wir Zwischenstation in Marina di Modica am Meer. Hier ist das Wetter nicht so schlecht und wir verbringen einen ruhigen Tag, machen einen Spaziergang ins Städtchen und geniessen dort einen Apéro.

Der nächste Tag verspricht nicht viel besser zu werden. Wir inspizieren die Wetterkarte von Sizilien und entschliessen uns Richtung Westen zu fahren, wo das Wetter besser sein soll. Und tatsächlich, je weiter es geht, desto schöner wird es.

Die archäologischen Stätten von Agrigento, wo sich das Vale dei templi befindet, steuern wir an. Sie gehören zu den eindrucksvollsten archäologischen Fundplätze auf Sizilien. Sie zeigen vor allem die Überreste von Akragas, einer der bedeutendsten antiken griechischen Städte auf Sizilien. Die teilweise noch sehr gut erhaltenen griechischen Tempel zeugen von der Grösse, Macht und kulturellen Hochblüte der damaligen griechischen Stadt und gehört zum UNESCO-Welterbe.

Folgende Tempel können besichtigt werden: Heraklestempel um 500 v. Christus, Olympieion um 480 v. Christus, Dioskurentempel Mitte 5. Jh. v. Christus, Tempel L Mitte 5. Jh. v. Christus, Heratempel 460-450 v. Christus, Concordiatempel um 440 v. Christus. Das ganze Tal erstreckt sich auf ca. 2km. Da heute der 1. Sonntag im Monat ist, muss kein Eintrittsgeld bezahlt werden. Das sei in ganz Italien Gesetz für Museen und kulturelle Stätten.

Der Giardino delle Kolymbethra erstreckt sich in der Valle dei Templi über rund 5 Hektar zwischen Tuffwänden, die seine natürliche Begrenzungslinie bilden. In diesem Garten stellen die Zitrusplantagen etwa ein Drittel der Gesamtfläche und so gut wie die Gesamtheit aller angebauten Pflanzenarten.

Nach den vielen Kilometer Marsch suchen wir uns in der Nähe einen Stellplatz, den wir in San Leone finden. Wir fragen den Vermieten, ob heute ein Fest sei, da die Stadt wirklich mehr als voll ist und alle auf der Strasse flanieren. Nein - es sei heute einfach Sonntag! Dies sei an einem Sonntag normal.


08.04.2019

San Leone - Granotola Torretta

km 140

B. 37.580534

L: 12.649481

Nächste Sehenswürdigkeit: Scala dei Turchi (Treppe der Türken) ist ein aus Mergel bestehender, monumentaler Felsen nahe der Gemeinde Realmonte. Strahlend weiss und an bizarre Stufen erinnernd ist der Ort zu einer Touristenattraktion geworden. Wir finden sofort einen Parkplatz entlang der Strasse. Zu Fuss geht es hinunter an den Strand Richtung Scala dei Turchi. Wir sind nicht die einzigen, auch viele Italiener besichtigen diesen massiven Felsen.

Siculiana wird dominiert von einer Burganlage, die hoch auf der Bergkuppe steht. Als arabische Burg Qal'al-Sugul gegründet, wurde sie im 11. Jh. von den Normannen zerstört und im 14 Jh. von Friedrich Chiaramonte neu aufgebaut. Sie beherrscht noch heute die Ortsansicht von Siculiana und bietet eine schöne Kulisse für Hochzeitsfeiern.

Eraclea Minoa liegt auf einen Hochplateau oberhalb des beeindruckenden Capo Bianco. Die Gründung der Stadt geht auf das 6. Jh. v. Christus zurück. Ihr Name erinnert angeblich an König Minos von Kreta, der hier bei der Verfolgung von Daidolos gelandet sein soll. 136 uns 104 v. Christus fanden auf Sizilien Sklavenkriege statt. Die überwiegend aus dem hellenistischen Kulturraum stammenden Sklaven revoltierten wegen der schlechten Behandlung seitens ihrer Sizilianischen Herren. Auch die Zerstörung von Eraclea Minoa war eine Folge dieser Aufstände, sodass es schliesslich von seinen Bewohnern aufgegeben wurde. Da wir jedoch gestern schon 4 Stunden Tempel etc. besichtigt haben, verzichten wir heute darauf und entschliessen uns zu einer Wanderung um das Capo Bianco.

Einen Platz zum Schlafen finden wir am Strand von Granotola Torretta - einsam, ruhig. Nur die Meereswellen wiegen uns in den Schlaf. 


09.04.2019

Granitola-Torretta - San Vito Lo Capo

Km 111

B: 38.172034

L: 12.747843

Wir fahren langsam Richtung Norden. in Mazar del Vallo machen wir einen Halt. Am Hafen finden wir einen grossen Parkplatz. Ein Einheimischer kommt sofort und verlangt 5 Euro für's Parkieren. Ein Ticket gibt es nicht, Geld herausgeben kann er auch nicht. Wir laufen ihm nach und verlangen das Retourgeld. Mit Müh und Not erhalten wir es. Dort ist ein Stand mit Früchten und Gemüse. Ein anderer Herr sagt uns dann, dass wir höchstens 1-2 Euro für das Parkieren zahlen müssten - ja nicht mehr. Wir sind wieder einmal einem "Banditen" auf dem Leim gegangen! Wa soll's!

Es hat ein paar schöne Bauten, sehr enge Gassen. Trotzdem fahren die Auto's mit vollem Tempo durch - aufgepasst - ansonsten kommst du unter die Räder.

Wir fahren weiter der Küste entlang Richtung San Vito Lo Capo, der nördlichste Zipfel von Sizilien. Hier finden wir einen Campingplatz unter einem Pinienwald, wo wir uns gemütlich einrichten.


10.04.2019

San Vito Di Lo Capo - Zingaro-Nationalpark

Wir nehmen wieder einmal unseren Mio aus unserer Garage und fahren Richtung Zingaro-Nationalpark. Wären wir Italiener über 65 Jahre, müssten wir keinen Eintritt bezahlen! Aber es ist ja für eine gute Sache, so dass dies uns nicht weiter stört.

Ende der 1970er-Jahre sollte dieses Gebiet durch eine Strasse mit San Vito Lo Capo verbunden werden. Durch diese verkehrstechnische Erschliessung wäre der Weg zum Bau von Ferienhäusern und Hotels frei geworden. Doch in der Bevölkerung rührte sich plötzlich Widerstand. Tausende empörte Sizilianer besetzten kurzerhand das Gebiet, so dass die Regierung einlenken musste und die Küste 1980 zum ersten sizilianischen Naturpark erklärt wurde. An der Küste und in den Bergen des Parks sind ungefähr 7000 verschiedene Pflanzen heimisch, unter ihnen sogar mehr als 20 endemische (endemische Pflanzen kommen nur in einer bestimmten, räumlich klar abgegrenzten Umgebung vor). Im Frühling blühen ganze Teppiche von Schwertlilien, Ringelblumen und Narzissen. Unterwegs kommt man an einladend türkisblau leuchtenden Badebuchten vorbei. 

Es ist eine herrliche Wanderung, man hat die ganze Zeit den Duft der blühenden Pflanzen in der Nase - es schmeckt einfache herrlich.

Müde kommen wir zurück zu unserem WoMo. Nach einer kurzen Pause machen wir uns mit unserem Mio auf Richtung San Vito Di Lo Capo. Es ist ein bunter, kleiner Ort mit einem nordafrikanischen Einschlag. Das wuchtige Santuario, heute Chiesa Madre, an der gleichnamigen Piazza im Zentrum wurde zum Schutz der Pilger vor Piratenüberfällen errichtet. Man findet einen 3km lagen Sandstrand, ein leuchtend blaues sauberes Meer, einen Leuchtturm an der Spitze des Capos, sowie etliche gemütliche Strassencafés, wo wir unseren abendlichen Apéro nehmen.

Heute grillieren wir wieder einmal und geniessen den schönen Abend. Kurz darauf bricht ein heftiges Gewitter auf - es blitzt und donnert.


11.04.2019

San Vito Di Lo Capo - 

Rifugio Sapienza Etna

Km 469

Das Wetter verschlechtert sich auf der Westseite, zudem ist hier immer ein starker Wind. So haben wir beschlossen Richtung Mitte von Sizilien, nach Caltagirone, zu fahren. Diese Stadt haben wir wegen starkem Regenfall ausgelassen. 

Caltagirone ist bekannt als die sizilianische Hauptstadt der Keramik. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit der Stadt ist die mit Farben Majoliken geschmückte, 142-stufige Treppe, die zur Kirche Santa Maria del Monte führt. Wir finden einen Parkplatz und laufen in die Stadt. 

Leider hat die Stadt, wie fast überall, ausser den Kirchen und Gemeindehäuser, nichts sehenswertes. Auch von der Treppe sind wir ein bisschen enttäuscht, wir haben etwas anderes erwartet. Nicht desto Trotz mach wir unseren Rundgang und fahren anschliessend Richtung Etna weiter, soll doch morgen das Wetter schön sein.

Wir fahren zuerst Richtung Piano Provenzana an der Nordseite des Etnas. Dort bemerken wir jedoch unseren Fehler, wollen wir doch am anderen Tag in der Früh mit der Gondelbahn auf den Etna. Also umkehren und zurück Richtung Rifugio Sapienza, von wo die Bahn nach oben geht und Führungen stattfinden. Wir sind alleine auf dem grossen Parkplatz, der Etna ist ruhig, man sieht nur Wolken aufsteigen. Rifugio Sapienza liegt auf 1950 m Höhe. Wir merken dies vor allem in der Nacht - wir haben beide sehr unruhig geschlafen. 


12.04.2019

Rifugio Sapienza Etna - San Marco

km 49

B: 37.804573

L: 15.244678

Das Wetter ist herrlich, nur der Rauch des Etnas steigt über den Himmel. Um 09.00 Uhr fährt die erste Bahn. Langsam kommen auch andere Fahrzeuge an, Mitarbeiter in einem Höllentempo, aber auch Besucher trudeln langsam ein. Wir lösen an der Seilbahn Billette für die Seilbahn anschliessend mit Unimog hinauf auf 2500 m Höhe und eine Führung zu den Kratern.

Der Etna ist der aktivste Vulkan der Erde. Der Name hat einen indogermanischen Ursprung und bedeutet so viel wie "brennend". Der Etna hat zurzeit vier Gipfelkrater, seine Höhe beträgt zwischen 3200 und 3350 m. Diese Höhe bleibt allerdings nicht konstant, sondern hängt von den Folgen vorangegangenen Eruptionen ab. Der Ausstoss von Lava erfolgt meist aus den Flanken des Bergkegels. Durch die dünnflüssige Lava entstehen am Etna Grotten, die für europäische Vulkane einmalig sind, und Gönne, die mehrere Hundert Meter Länge erreichen können.

Am 21. Juni 2013 hat die UNESCO den Etna in die Liste des Weltnaturerbe aufgenommen.

Am Morgen des 24. Dezember 2018 brach der Etna zum letzten Mal aus. Der Betrieb dem dem Flughafen Catania musste vorübergehend eingestellt werden. In den ersten drei Stunden wurden über 130 leichte Erdbeben mit einem Wert von bis zu 4.0 auf der Richterskale gemessen. Nach dem Ausbruch kam es am Morgen des 26. Dezember 2018 zu einem Erdbeben der Stärke 5.1. Bei dem später nach unten korrigierten Beben der Stärke 4.8 wurden mehrere Personen durch herabstürzende Gebäudeteile verletzt. Besonders betroffen war der Ortsteil Flexi der Gemeinde Zafferane Etnea. Hier lebt übrigens der Vater von Nino di Bella.

Wir besteigen also die Seilbahn, die in der Schweiz sicher nicht mehr fahren dürfte! Es gibt hier übrigens auch Skilifte, die im Winter bei viel Schnee als Skigebiet benutzt werden - ganz speziell. Oben angekommen, kaufen wir uns noch je eine Mütze - die haben wir nämlich zu Hause vergessen! Endlich geht die Fahrt mit dem Unimog Richtung Gipfel los. Es ist eine rütllige Fahrt den Berg hinauf. Es haben ca. 30 Personen Platz. Beim Aussteigen gegrüsst uns ein kalter Wind - brrrhhh.

Mit dem Führer geht es hinauf Richtung Nebenkrater, er erzählt die Geschichte vom Etna, z.B. dass der Berg des Hauptkraters, der vorher flach war, seit der letzten Eruption 200m höher sei. Wir laufen um den Krater, ein eisiger Wind weht, vor allem auf der oberen Seite des Kraters. Der Führer empfiehlt uns in die Hocke zu gehen und die Hände auf die Vulkanerde zu legen. Tatsächlich ist es sofort wärmer. Der Berg ist innen immer noch 40 Grad warm und gibt die Wärme auf die Oberfläche ab.

Trotzdem freuen wir uns nach der Führung wieder in den Unimog zu steigen und vor allem auf ein warmes Getränk im Restaurant.

Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter. Als unsere Führung zu Ende ist, ziehen Wolken auf und man sieht nicht mehr viel. Unten stehen die Besucher Schlange - ja man sollte halt früh aufstehen.

In der Zwischenzeit ist der Parkplatz mit Autos, Bussen und WoMo's zugestellt. Wir hatten wirklich Glück!

Wir fahren den Berg runter und finden in San Marco einen schönen Campingplatz. Wir beschliessen, hier einige Tage zu bleiben und mit unserem Roller Ausflüge zu unternehmen, bevor es von Messina Richtung Kalabrien geht.


13.04. - 15.04.2019

San Marco

Wir haben es uns gemütlich eingerichtet, machen längere Spaziergänge am Strand und geniessen das Nichtstun! Was heisst das, natürlich muss wieder einmal Wäsche gewaschen werden, das WoMo wieder auf Vordermann gebracht werden etc.

Am Palmsonntag machen wir uns mit unserem Mio Richtung Taormina. Taormina liegt auf dem 200m hohen Felssporn des Monte Tour, das wohl meistbesuchte Städtchen Siziliens. Das wird uns sofort bewusst, dazu noch Palmsonntag, daran haben wir natürlich nicht gedacht - typisch! Die Gässchen sind voll von Menschen, dazu ist gerade noch der Gottesdienst aus und die Prozession geht ebenfalls durch die Gässchen. Wir benutzen die Nebengassen Richtung Teatro Greco. Doch als wir uns bewusst werden, dass wir mindestens eine Stunde anstehen müssten, verzichten wir auf den Besuch.

Also zurück in die Gassen, auf den Platz natürlich einen feinen Espresso, bevor es weiter geht. Die Prozession ist inzwischen zu Ende. 

Taormina lohnt sich auf jeden Fall für einen Besuch, die Häuser sind mit Liebe restauriert worden, was man leider nur sehr wenig auf Sizilien findet. Hier hat der Tourismus Oberhand genommen.

Nach 3 Stunden verlassen wir Taormina und fahren zurück auf den Camping.

Die Städte und Dörfer in diesem Gebiet sind leider keine Sehenswürdigkeiten. So haben wir uns schlussendlich entschlossen, nach 3 Wochen Sizilien zu verlassen.

Fazit Sizilien: Sizilien ist sicher eine Reise wert.

Positiven Seiten: man findet auf der Insel eine wunderschöne, abwechslungsreiche Landschaft, lange Sandstrände, überaus gastfreundliche Bewohner, quirlige Städte an der Küste, einsame Dörfer im Landesinneren, eine Fülle von Barockstädten, antike Stätten, die die Kultur der alten Griechen und Römer wiederaufleben lassen, zahlreiche Naturschutz- und Wandergebiete und den Ätna, einen der wenigen noch tätigen Vulkane Europas. Orangenplantagen, Zitrusfrüchteplantagen, Mandarinenplantagen etc. säumen die Landschaft. Ebenso Kaktusplantagen mit der Kaktusfeige, Weinreben und überall auch Gemüseplantagen - wirklich reichhaltig.

Negative Seiten: Nicht überall werden alte Städte liebevoll renoviert wie Taormina. Man sieht sehr viele Häuser, die gestützt werden müssen, Strassen sind z.T. katastrophal. Ist die eine Seite kaputt, wird diese Seite einfach abgesperrt. Auch sieht man Häuser, wo der 1. Stock renoviert wurde, der 2. Stock ist am verfallen und darauf wurde noch ein 3. Stock gebaut, der jedoch nicht fertig gestellt wurde. Auf den Plantagen arbeiten auch zum grössten Teil Nordafrikaner, wie in Spanien. Das grösste Problem ist der Abfall, der überall entsorgt wird - entlang den Strassen, in der Stadt etc. Dies hat uns persönlich am meisten gestört. Wir sind halt die sauberen Schweizer!


16.04.2019

San Marco -

Gabella III

Km 350

B: 39.156544

L: 17.120606

Am Morgen leeren wir noch das Grauwasser, füllen unseren Tank noch mit Wasser und fahren Richtung Messina. Dort geht es dann mit der Fähre Richtung Kalabrien. Wir kommen gut voran, auch in der Stadt und finden ohne Probleme die Anlegestelle der Fähre. Es hat wenig Fahrzeuge, wir lösen ein Billette und können schon auf die Fähre fahren, die 10 Minuten später schon ablegt. Die Überfahrt dauert nur 20 Minuten.

Wir haben uns für Apulien entschieden, so dass wir sofort zuerst Richtung Norden, dann Richtung Osten weiterfahren. Die Mittagspause machen wir an einen schönen Sandstrand. Gegen Abend finden wir einen Platz zum Übernachten irgendwo im Juhe, kleine Nebenstrassen führten uns dorthin. 


17.04.2019

Gabella III - 

Capo San Vito Taranto

Km 251

B: 40.409418

L: 17.217064

Am Donnerstag haben wir mit Beatrix Bundi (Tochter von Pius Bundi) abgemacht. Sie wohnt seit vielen Jahren in Apulien. Unser Ziel heute ist Taranto, das nur ca. 50km von Oria entfernt ist.

Gegen Mittag finden wir einen schönen Campingplatz direkt am Meer. Um diese Jahreszeit ist nicht viel los, so dass wir unseren Platz aussuchen dürfen.

Es steht auch wieder einmal Wäsche an, die bei diesem herrlichen Wetter schnell trocknet. Es ist das erste Mal, dass ich ein Kleid anziehen kann - herrlich dieses warme Wetter!

Am späteren Nachmittag machen wir noch einen Spaziergang am Strand, bis es nicht mehr weiter geht - hier stoppt uns das Areal der Marine. Es kommen gerade einige Marinemänner uns entgegen, sie begrüssen uns freundlich. Was sie genau suchen, wissen wir jedoch nicht.

Heute wird wieder einmal grilliert, man muss das Wetter ja ausnützen. Bis jetzt war es nicht so warm. Doch auch hier steigen die Temperaturen von Tag zu Tag.

Ein schöner Tag am Strand, grillieren und ein Glas Wein dazu - was will man mehr!


18.04.2019

Capo San Vito Taranto -

Oria

Ein herrlicher Morgen, die Fischer sind schon auf dem Meer. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg Richtung Oria, wo Beatrix Bundi, Tochter von Pius Bundi, schon seit 34 Jahren mit ihrer Familie lebt. Die Landschaft ist flach, nur kleine Hügel zwischendurch.

Wir werden von Beatrix und Elia herzlich empfangen. Ein Sohn und die Tochter sind beide verheiratet und haben Familie, nur der jüngste Sohn lebt noch zu Hause. Wir gehen zusammen in die Stadt und nehmen dort ein Aperitif, plaudern über dies und das und geniessen den schönen Tag. Gegen 14.00 Uhr kocht uns Beatrix ein feines Mittagessen, diese Uhrzeit ist normal, dabei lernen wir auch ihren jüngsten Sohn Marco kennen. Sie haben ein grosses Grundstück mit vielen Orangen-, Zitronen-, Olivenbäume und anderen Früchten.

Der ältere Sohn, Ricardo, hat eine Autogarage. Da unser ABS einen Fehler angibt, fährt Tumaisch mit Beatrix zu ihm, um das Problem zu analysieren.

Wir bleiben diese Nacht bei ihnen auf dem Grundstück. Um 21.30 Uhr kocht Beatrix wieder ein typisches sizilianisches Abendessen, wo ausser der Tochter, alle zusammen sind. Es wird ein wundervoller Abend, unsere Bäuche sind voll und der angebotene Schnaps hilft anschliessend bei der Verdauung.


19.04.2019

Oria - Monaco Mirante

km 25

B: 40.302765

L: 17.630912

Wieder ein herrlicher warmer Tag! Am Morgen erkundigen wir Oria. Die Stadt wurde in der Antike von den vermutlich aus Illyrien eingewanderten Messfeiern gegründet und wird von Herodot Hyria genannt. Nach Herodot stammten die Messfeier allerdings ursprünglich aus Kreta.

Die Kathedrale können wir nur von aussen besichtigen. Die Altstadt mit den typischen engen Gassen in Italien sind nicht verkehrsfrei. Wir staunen immer wieder, mit welchem Tempo die Autos durch die Gassen fahren.

Wir finden schlussendlich noch den Eingang in den Parco Montalbano, den wir lange gesucht haben. Schöne Aussicht auf die Umgebung. Die Stadt selber - eben wie in Italien!

Wir bleiben noch zum Mittagessen, das wieder ein Highlight ist, bevor wir uns verabschieden und weiter Richtung Süden fahren. Am Meer finden wir einen herrlichen Platz direkt am Strand, wo wir es uns gemütlich machen. Kurz nach uns kommt noch ein WoMo mit einer Walliser Nummer. Ein Ehepaar, Christian und Elisabeth, die am Genfersee wohnen. Wir trinken zusammen ein Glas Wein und verbringen einen gemütlichen Abend.


20.04.2019

Monaco Mirante - Gallipoli

km 55

B: 40.073002

L: 18.007001

Am Morgen begrüssen uns die Kormorane, die ein Sonnenbad mit den ersten Sonnenstrahlen geniessen. Bevor wir weiterfahren machen wir noch einen gemütlichen Spaziergang am Strand entlang.

Kurz vor Gallipoli finden wir einen Campingplatz, auf dem wir es uns für die nächsten 3-4 Tage gemütlich machen. 

Wir nehmen wieder einmal unseren Mio aus der Garage und fahren in die Altstadt von Gallipoli. Die Fischerboote liegen im Hafen, bevor es gegen Abend wieder aufs Meer geht.

Die Stadt wurde von griechischen Kolonisten als Kallipolis gegründet. Der griechische Name bedeutet übersetzt "schöne Stadt". 265 v. Chr. verbündete es sich mit der benachbarten griechischen Kolonie Taras (Tarento) gegen die Römer. Der Widerstand wurde jedoch gebrochen. Die Eroberer erklärten die Stadt zu einem römischen Munizipium und stationierten eine Garnison. Die Römer nannten die Stadt Gallipoli.

Wir geniessen den Rundgang durch die Gassen, bevor wir in einem Restaurant noch eine Runde Muscheln essen.


21.04.2019

Gallipoli

Ostersonntag – das Wetter nicht der Hit. Trotzdem sind die ersten Fischer auf Achse und ebenso die ersten Taucher, die nach Seeigel suchen. Wir machen einen Strandspaziergang und finden einen Torre, der leider nicht offen ist. Es ist kalt und wir machen heute ein «Nichtstuntag»! Am Abend gibt es noch eine Grillade und zum Abschluss ein Glas Wein, damit wir gut schlafen.


22.04.2019

Gallipoli – 

Alberobello

Km 265

B: 40.801548

L: 17.251349

Ostermontag – auch heute hat sich das Wetter nicht gebessert. Kurzfristig beschliessen wir weiter zu fahren. Auf dem Campingplatz ist nicht viel los, was man unternehmen könnte.

Wir fahren der Küste entlang weiter nach Süden Richtung Capo Santa Maria di Leuca. Die Gegend war bereits in der Altsteinzeit besiedelt. In der Grotta del Bambino wurde, neben Skelettteilen eines Elefanten, auch ein Zahn eines Kindes der Gattung Homo neanderthalensis aus dem Mittelpaläolithikum entdeckt. In anderen Höhlen fanden sich ebenfalls Spuren steinzeitlicher menschlicher Aktivitäten. In Santa Maria di Leuca endet der Aquedotto pugliese, eine Wasserleitung, de grössere Teile Apuliens und Kampaniens mit Wasser versorgt. Es handelt sich um das grösste Aquädukt in Europa. Mit dem Bau wurde Anfang des 20. Jahrhunderts begonnen; der Endpunkt, Santa Maria di Leuca, wurde 1941 erreicht.

Eines der Wahrzeichen der Stadt ist der 1864 erbaute Leuchtturm, der auf Kap Punta Meliso auf einer Höhe von 102m über NN steht. Der Leuchtturm ist 47m hoch und damit, nach dem Leuchtturm von Genua, einer der imposantesten von Italien. Auf dem Platz steht die Basilica Santa Maria de Finibus Terrae. Um auf diesen Platz zu kommen steigen wir 280 Treppen hinauf (anschliessend natürlich wieder hinunter). Im Sommer fliesst dort wahrscheinlich Wasser über den Tuffstein hinunter, jetzt jedoch ist er trocken.

Wir machen noch einen Spaziergang in die Stadt, wo wir am Strand eine Kleinigkeit essen.

Da es immer heftiger stürmt, fahren wir auf der Ostseite der Küste weiter Richtung Alberobella.


23.04.2019

Alberobello – Avellino

Km 280

B: 40.926885

L: 14.782568

Nach einer heftig durchrüttelter Nacht, wir hatten Bedenken wegen den Bäumen rund um unser WoMo, und dem Frühstück fahren wir mit dem Bus des Campings nach Alberobello. Überregionale Bekanntheit geniesst der Ort durch seine Trulli, kleine, meist weisse Rundhäuser, die 1996 von der UNESCO  zum Weltkulturerbe erhoben wurden. Sie ist eine der 54 italienischen Städte, die dazu gehören.

Trulli sind zumeist unde, aber auch auf rechteckigem Grundriss errichtete, weiss gestrichene Bauten mit charakeristischen Kegeldächern aus Kalksteinplatten, die ohne Mörtel in Form eines falschen Gewölbes aufeinander geschichtet sind. Diese Bauweise gleicht in gewisser Weise den urtümlichen Wohnbauten der Menschheit, wie man sie auch an anderen Orten rund um das Mittelmeer findet.

Für die gehäufte Verbreitung dieser Bauart in Alberobello gibt es einen besonderen Grund: Giangirolamo II. Aquaviva, als Graf von Conversano Feudalherr der Gegend, wollte damit im 17. Jahrhundert eine im Königreich Neapel geltende Bestimmung umgehen, wonach es verboten war, neue Ortschafen ohne Erlaubnis zu gründen. Dese Erlaubnis kostete Geld. Nun liessen sich aber um Alberobello herum immer mehr neue Siedler nieder. Girolamo achte ihnen allen zur Pflicht, bei der Bauweise dieser Trulli zu bleiben. Diese warn ebenso schnell zu demontieren wie wieder aufzubauen. Und wenn sich eine kaiserliche Kontrollkommission ankündigte, wurden die Dächer auseinandergenommen, um den Geldeintreibern zu demonstrieren, dass man eine armselige Ansammlung von halben Wänden nicht als neue Siedlung bezeichnen könne. Mithin mussten keine Steuern bezahlt werden. Der Erfolg dieser Massnahme führte zu der Anordnung, in Alberobello überhaupt keinen Mörtel zu verwenden, und so wurde diese Bauform zur Tradition.

Es sind 3 verschiedene Stadtteile, wo diese Häuser noch stehen. Ein Teil ist noch ursprünglich, der zweite Teil ganz dem Tourismus verschrieben mit vielen kleinen Läden und der dritte Teil, wo auch ein Museum steht.

Am Nachmittag sind wir zurück und da es weiterhin heftig stürmt, fahren wir weiter. Zuerst Richtung Bari, dann Richtung Pompeji.

In Avellino finden wir eine Autobahnraststätte, wo wir schlussendlich übernachten.


24.04.2019

Avellino –

Pompeji - Baia Domizia

Km 226

B:

41.206291

L: 13.787315

Der 24. August des Jahres 79. N. Christus kündigte sich mit herrlichem Sonnenschein an und alle Pompejaner gingen ihrem alltäglichen Leben in der Stadt nach und wussten nicht, dass sie die wunderbare Sonne zum letzten Male sehen sollten. In den ersten Nachmittagsstunden zerriss mit einem furchterregenden Knall der Gipfel des Vesuvs und aus dem Schlund des Vulkans ergoss sich ein schwarzer Fluss aus Asche und Lapilli über die Stadt und streute überall Tod und Verwüstung. Unter einer 67 Meter hohen Erdschicht entschlief so das glorreiche Pompeji.

Seit dem verhängnisvollen 24. August waren 1700 Jahre vergangen, als der Architekt Domenico Fontana, der mit Arbeiten zur Trockenlegung des Sarnatales beschäftigt war, einen Schacht graben liess und dabei auf einige Mauerinschriften stiess.

Der Ort der Grabung entspricht der Zone des Amphitheaters, aber keiner ahnte, auf die versunkene Stadt gestossen zu sein. Im Jahre 1748, unter der Herrschaft von Karl dem Bourbonen, wurde die erste wissenschaftliche Erforschung durchgeführt. Im Jahre 1860 verwirklichte dann Giuseppe Fiorelli das geniale System des Ausgusses der Hohlräume in der Aschenschicht mit flüssigem Gips. Wie durch ein Wunder entstand Klarheit über Tatsachen und Personen. Pompeji kehrte zum Leben zurück!

Bis heute sind zirka 4/5 von Pompeji ausgegraben worden. Die Stadt Pompeji hatte zwischen 8'000 – 10'000 Einwohner. 60% waren freie Menschen und der Rest von 40% Sklaven.

Dies zur Geschichte von Pompeji. Heute ist nämlich grosser Waschtag und wir schlendern zwischendurch ein bisschen herum und erkundigen uns genau, ab wann der Park öffnet, damit wir morgen frühzeitig dort sind.

Der Park öffnet um 09:00 Uhr – wir sind schon um 08:30 Uhr dort. Doch wir sind nicht die Ersten! Auch wir müssen uns schon in die Kolonne stellen. Heute ist zudem in Italien Feiertag – Tag der Freiheit. Also heisst dies ganz Italien ist unterwegs. Und zur Feier des Tages ist der Eintritt gratis!

Als sich die Türen öffnen, geht es jedoch sehr schnell und wir sind schon drinnen. Es ist heiss und wir haben genug zu trinken mitgenommen, im Park selber kann man nichts kaufen und heute soll es bis 28 Grad warm werden. Man kann es fast nicht glauben, welche Baukunst schon vor fast 2'000 Jahren bestanden hat. Es waren wirklich Künstler! Eine Baukunst in Perfektion, wenn man bedenkt, welche Werkzeuge damals zur Verfügung standen. Als Beispiel: die Hauptstrassen waren mit grossen Steinen gepflastert, die Trottoire höher gelegt. Damit man auch die Strassen bei Regenfall überqueren konnte, ohne nasse Füsse zu bekommen, Fussgängerübergänge. Sogar eine Sauna mit einer Therme gab es damals schon, die natürlich nur von den begüterten Aristokratenklasse benutzt werden durfte. Marmorstatuen, Wandmalereien, Wandfresken, Mosaikböden etc. Durch den Ausguss mit Gips wurden auch Menschen gefunden – eine Mutter, die mit ihrem Kleinkind gespielt hat, Flüchtige, die von den Vulkanmassen überrascht wurden etc.

Wir laufen 4 Stunden durch die Stadt, alles haben wir nicht gesehen! Dazu bräuchte man sicher einen ganzen Tag, vielleicht auch länger. Es war trotzdem eindrücklich.

Am Nachmittag beschliessen wir die Amalfiküste hinunter zu fahren. Es soll sehr schön dort sein. Aber oha – wir stehen Kolonne – heute sind alle unterwegs. Nach einer Stunde kehren wir um und fahren Richtung Norden weiter.

Wir finden einen schönen Campingplatz direkt am Meer, wo wir für 4 Tage bleiben werden und uns von all den historischen Einblicken, die wir in den letzten 5 Wochen gesehen haben, erholen. Mit anderen Worten – einfach nichts tun!


25.04. –

29.04.2019

Baia

Domizia – Rom

Km 184

B:

41.902783

L: 12.496365

www.lgproma.it

Wir haben wirklich nicht viel unternommen – einfach einmal Dolce far niente. Wir haben den Sandstrand und die Sonne genossen. Es war zwar nicht jeder Tag ein Sonnentag, zwischendurch hat es auch hier geregnet oder auch stark gewindet. Zudem fand Grossputz im Innern unseres MoWo statt – auch dies muss einmal sein.

Am Montag, als wir weiterfahren wollen, regnet es in Strömen. Wir müssen zwischendurch immer wieder ein Zeitfenster abwarten, bis wir reisebereit sind.

Gegen Mittag ist es dann soweit, die Reise geht weiter nach Rom. Unsere letzte kulturelle und historische Station. Einen Stellplatz inmitten von Rom habe ich übers Internetgefunden, wo ein Tram- und Busanschluss in die Stadt in der Nähe ist. Ein grosser sauberer Platz im Grünen, man hört den Lärm der Strasse überhaupt nicht.

Nachdem wir uns eingerichtet haben, werden wir von den sehr netten Besitzern über die Sehenswürdigkeiten in Rom eingeführt. Mit einem Stadtplan ausgerüstet geht es dann am späteren Nachmittag mit dem Tram Richtung Innenstadt. Die Trams haben auch schon bessere Zeiten gesehen, in der Schweiz wären diese schon langeausrangiert! Nicht desto Trotz kommen wir ohne Zwischenfälle in der Innenstadt an, wo wir mit dem Bus weiterfahren.

Rom, amtlich Roma Capitale, ist die Hauptstadt Italiens. Mit etwa 3 Millionen Einwohnern im Stadtgebiet bzw. rund 4 Millionen Einwohnern in der Agglomeration ist sie die grösste Stadt Italiens und liegt an den Ufern des Flusses Tiber. Rom wurde erstmals im1. Jahrhundert vor Christus vom Dichter Tibull «Ewige Stadt» genannt. Diese Bezeichnung, ursprünglich eine Antonomasie (griechisch andere Benennung), wurde zu einem Ehrennamen für die Stadt wegen der Bedeutung in ihrer bis heute 3 Jahrtausende umspannenden Geschichte. Rom wurde der Überlieferung zufolge im Jahre 753 v. Christus auf einem der sieben Hügelgegründet. Jedoch lassen Funde darauf schliessen, dass schon 1000 v. Christus in diesem Bereich menschliche Siedlungen existiert haben müssen.

Es gäbe sehr viel zusehen in Rom, deshalb beschränken wir uns zu einem Teil. Wir haben aus unserer Reise schon so viel gesehen, so dass wir nicht noch einmal 3-4 Tage allesaufnehmen könnten. Man kann ja immer wieder nach Rom gehen.

Heute Abend fangen wir bei der Piazza Venezia an. Viele schöne alte Kirchen und Gebäude bestaunen wir bis wir beim Colloseum ankommen. Die Zeit vergeht wie im Fluge. Gegen 21.30 Uhr fahren wir zurück auf unseren Stellplatz, wo wir müde in unsere Betten fallen.


30.04.2019

Rom – Intra Verbania

Km 674

B: 45.950702

L: 8.477081

Frühmorgens geht es mit dem Tram wieder Richtung Innenstadt. Heute wollen wir den Vatikananschauen. Wir sind zwar sehr früh, doch es stehen schon Kolonnen vor dem Museum, obschon es erst um 09.00 Uhr öffnet. Wir werden von einem Führerangesprochen, der uns eine Führung an bittet, ohne dass man anstehen muss.

Wir lassen uns dazu überreden und müssen dann über eine Stunde warten, bis die Führung beginnt! Trotzdem müssen wir auch mit unserer Begleiterin in der Kolonne anstehen, um ins Museum zu gelangen. Es geht ein bisschen schneller –aber trotzdem!

Die Vatikanischen Museen beherbergen vor allem die päpstlichen Kunstsammlungen und befinden sich auf dem Territorium der Vatikanstadt. Die Sammlung ist eine der wichtigsten und grössten der Welt und umfasst die Bereiche orientalischen Altertümer, klassische Antike, etruskisch-italische Altertümer, Kunst von der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert, zeitgenössische Kunst und eine völkerkundliche Sammlung. Der wohl bekannteste Teil, der im Zuge eines Museumsbesuchsbesichtigt werden kann, ist die Sixtinische Kapelle. Sie ist der Ort, an dem das Konklave abgehalten wird und beherbergt einige der berühmtesten Gemälde der Welt.

Es ist schlussendlich eine sehr interessante Führung und dauert 3 Stunden. Wir sind danach halberschlagen von soviel Informationen! Vor der Basilika Sankt Peter stehen wieder lange Kolonnen, so dass wir beschliessen, diese nicht zu besichtigen. Wir werden sicher noch einmal nach Rom fahren, doch nach soviel Geschichte, Antike etc. in den letzten 6 Wochen sind unsere Köpfe leer.

Wir beschliessen weiter zu fahren und irgendwo noch 10 Tage auf einem Campingplatz, wo eventuell noch ein Golfplatz ist, uns zu erholen!

Diesen Campingplatz finden wir in der Nähe von Intra am Lago di Mergozzo, Camping Continental. Wir übernachten eine Nacht auf einer Autobahnraststätte, bevor wir am 1. Mai ankommen.


01.05. - 13.05.2019

Campingplatz Continental Verbania mit Golfplatz