07.10.2019

Disentis – Zernez  

Koorinaten

B: 46.698462

L: 10.087287

145km

Gegen Mittag starten wir wieder einmal unsere Reise, diesmal geht es gegen Osten. Nach einem Abstecher in Chur geht es weiter Richtung Engadin. Wir wollen einmal unseren Nationalpark besuchen, den wir bis jetzt noch nie besucht haben. Es soll dort eine schöne Wanderroute ab Prasüras S-Chanf geben. Vielleicht kann man dort auf dem Parkplatz übernachten. Dies stellt sich leider negativ heraus, weshalb wir einen Campingplatz suchen, wo wir in Zernez fündig werden, direkt am Inn gelegen.

Wir machen es uns gemütlich und machen noch einen Spaziergang ins Dorf, wo wir noch etwas Essen gehen, bevor unsere 1. Nacht im WoMo beginnt.


08.10.2019

Zernez - Prasüras S-Chanf - Livigno

Koordinaten:

B: 46.547782

L: 10.087287

km 55

Zernez liegt auf 1'474 müM, es wird kalt in der Nacht, die Heizung funktioniert jedoch super! Ich schlafe trotzdem sehr schlecht. Wegen meiner Schlaflosigkeit kommt mir plötzlich in den Sinn, dass ich meine Duschutensilien zu Hause vergessen habe. Also am Morgen zuerst in den Coop, damit ich alles Einkaufen kann.

Anschliessend geht es zurück nach Prasürar S-Chanf, wo wir eine Nationalparkwanderung zur Alp Trupchun machen wollen. 

Besonderheiten: Alpine Mischwälder, sehr gute Möglichkeiten für Tierbeobachtung, insbesondere Hirsch, Steinbock und Murmeltier, vielfältige Vegetation. Marschzeit: 3 h (Aufstieg).

Es geht los, wir finden die Route und machen uns auf den Weg. Nach einer Stunde kommt eine grosse Tafel, auf welcher die Route nochmals beschrieben wird. Also weiter im Trab. Es geht immer weiter aufwärts, die Tafeln zeigen uns nur noch die Alp und den Pass Caschauna, wo man dann irgendwann in Livigno landet. Dort wollen wir eigentlich auch hin, aber sicher nich zu Fuss. Wir kommen nach über 2 Stunden auf der Alp Caschauna an auf 2'300 müM, wo wir am Bach uns einen Picknickplatz suchen.

Nach dem verdienten Picknick beschliessen wir den Rückweg anzutreten. Bei der Informationstafel erkundigen wir uns nochmals, was wir wohl falsch gemacht haben. Hahaha, auch unser Vieraugenprinzip funktioniert nicht, wenn man nicht genau hinschaut. Die Abzweigung zur Alp Trupchun haben wir verpasst. Kein Wunder, dass wir keine Tiere gesehen haben! Ja nu - wir machen uns auf den Rückweg, denn wir wollen ja noch weiter Richtung Livigno.

Nach einer warmen Ovomaltine im Beizli neben dem Parkplatz fahren wir weiter. Es geht über den Ofenpass bis zum Mund La Schera-Tunnel, um nach Livigno zu fahren. Dieser ist nur einseitig befahrbar, weshalb wir noch warten müssen, bis die Ampel auf rot fällt. Er hat eine Länge von 3.5 km und ist Mautpflichtigen (sFr. 25.-!) Erstellt wurde er für den Bau der Staumauer Punta das Gall an der Landesgrenze Schweiz-Italien, die 1968 fertiggestellt wurde. Er diente für den Transport von Baumaterial für die 130 Meter hohe Bogenstaumauer. Nachdem die Mauer fertiggestellt und der See geflutet wurde, wurde der Tunnel mit Einschränkungen auch für den allgemeinen Verkehr geöffnet. Eigentümer des Tunnels sind die Engadiner Kraftwerke.

Wir kommen schlussendlich in Livigno an. Livigno liegt auf 1'816 müM und hat ca. 6'600 Einwohner. Der Ort ist Zollausschlussgebiet der Europäischen Union. Im 17. Jahrhundert wurde Livigno die rechtliche und wirtschaftliche Autonomie durch die Bündner Herrscher des Veltlins verliehen. 1805 wurde Livigno wegen seiner exponierten und früher im Winter kaum erreichbaren Lage von Napoleon zur zollfreien Zone erklärt, damit es trotzdem ganzjährig bewohnt wird. Naturgemäss spielte der Schmuggel stets eine grosse Rolle, wovon heute noch Namen von Lokalen und Bezeichnungen von Wanderwegen zeugen.

Wir finden einen schönen CP nur ein paar Gehminuten vom Ort entfernt. Es ist hier viel wärmer als in Zernez, obschon viel höher gelegen.


09.10. - 10.10.2019

Livigno - Fiames (Cortina d'Ampezzo) - Helden-Auen

Koordinaten:

B: 46.619032

L: 14.105228

km 716

Am Morgen früh wieder ein herrlicher Tag. Wir machen eine Einkaufstour in Livigno, es ist ja zollfrei und zusätzlich auch noch abgeschrieben.

Am frühen Nachmittag machen wir uns langsam auf den Weg Richtung Meran, doch vorher noch tanken - ist ja hier spottbillig! 

Jetzt fangen die Pässe an: Passo d'Eira - Passo del Foscagno - Bormio - Passo del'Umbrail - Passo dello Stelvio! Es sind sicher gegen 150 Kurven, wenn nicht mehr! Man sieht es auf den Bildern, wir haben nicht mehr mitgezählt!

Kurz vor Meran fängt es an zu regnen - aber richtig, so dass wir beschliessen weiterzufahren bis Fiames, kurz vor Cortina d'Ampezzo, wo hoffentlich das Wetter ein bisschen besser ist.

Wir finden einen grossen Parkplatz, wo wir uns für die Nacht gemütlich machen. Was heisst gemütlich? Unsere Heizung streikt und es ist um die 5 Grad draussen! Also unter die Decke und hoffen, dass wir morgen eine Garage finden, die uns helfen kann.

Am Morgen ist es im WoMo gerade noch 5 Grad, schnell anziehen, einen warmen Kaffee und auf die Suche nach einer Garage. Es stellt sich als gar nicht einfach heraus, wir müssen unsere Wanderung in Cortina d'Ampezzo streichen, weshalb wir immer in die Richtung fahren, wo wir schlussendlich auch hinwollten!

Eine Garage nach der anderen schickt uns weiter, es ist zum verrückt werden! Am Schluss landen wir in Klagenfurt (Österreich), wo uns endlich geholfen werden kann. Der Absaugluftschlauch hat sich mit Wasser gefüllt, weshalb die Heizung nicht mehr funktionierte. Zum Glück haben wir hier einen jungen Fachmann gefunden, der unsere Heizung wieder instand stellt. Bezahlung wollte er keine, seine Freundin hat uns sogar noch einen Campingplatz am Wörthersee vermittelt, wo wir übernachten können.

Tumaisch geniesst die letzten Sonnenstrahlen draussen und hat sogar noch Besuch einer Katze erhalten, die unserem Pinggi fast wie aus dem Katzengesicht geschnitten ist. Am wichtigsten jedoch ist - die Heizung funktioniert wieder.


11.10.2019

Helden-Auen (Österreich)- Slovenske Konjice (Slowenien)

Koordinaten

B: 46.339053

L: 15.423659

km 143 

Der Nebel hat sich über dem Wörthersee gelegt. Wir frühstücken und fahren weiter Richtung Slowenien. Wir fahren über Berg und Tal, damit wir ein bisschen etwas von der Landschaft sehen. Die Donau lässt uns grüssen, denn sobald wir der Donau lang fahren, lichtet sich das Wetter.

Auf dem Programm steht heute Golfen. Es ist ein 9-Loch Platz in Slovenske Konjice mitten um einen Rebberg herum. Das Wetter zeigt sich von seiner schönsten Seite. Wir geniessen das Golfen und finden dann auch einen Platz zum Übernachten mitten in der Stadt.

Es wird eine unruhige Nacht - gleich nebenan ist ein Restaurant mit Bar! Es gibt also Rambazamba bis spät in die Nacht hinein. Naja, was soll man machen - nochmals Aufstehen und weiter fahren? Nein, nein, wir werden auch diese Nacht überstehen.


12.10. - 13.10.2019

Slovenske Konjice - Maribor

Koordinaten

B: 46.535053

L: 15.605361

km 41

Wir sind schon früh in Maribor und richten uns auf dem CP direkt bei der Seilbahn ein. Nach einem kleinen Mittagessen, fahren wir mit dem Bus in die Altstadt von Mariobor.

Marburg geht auf eine 1164 erwähnte Markburg zurück, die der Siedlung ihren Namen gab. 1204 wird der Ort erstmals als Markt und 1254 als Stadt genannt. 1480 und 1481 wurde die Stadt von Matthias Corvinus vergeblich belagert. Die Herrschaft Marburg, die Obermarburgsowie die Stadtburg gehörte den Herren von Walsee, ab 1456 den Herren von Graben sowie ab 1564 deren Erben, den Herren von Stadl. 1620 erwarben die Grafen Zwickl genannt Khiesl die Herrschaft, ab 1727 gehörte sie den Grafen Brandis.

Der Name Maribor wurde erst im 19. Jahrhundert im Zuge des Aufkommens des slowenischen Nationalbewusstseins vom Dichter Stanko Vraz geschaffen.

1896 wurde lexikalisch zusammengefasst, Marburg besitze drei Brücken, eine Kathedrale, einen Stadtpfarrturm, eine gräfliche Burg, ein Kasino mit Theater, einen Stadtpark und rund 20.000 großteils deutschsprachige Einwohner. Fabriken, Wein- und Holzhandel, Kreditinstitute ergänzten das Bild, ebenso zwei Bezirksgerichte, der Sitz des Fürstbischofs von Lavant sowie Gymnasien und eine Lehrerbildungsanstalt. Marburg war Stadt mit eigenem Statut (unterstand also keinem Bezirk des Landes Steiermark), für die Umgebung der Stadt bestand eine eigene Bezirkshauptmannschaft.

1882 gründete Hermann Goethe (1837–1911) die Wein- und Obstbauschule Marburg. Sie gab unter anderem Fachliteratur über die Rebsortenkunde, sogenannte Ampelographische Berichte, heraus, die über die Grenzen der Monarchie Bedeutsamkeit erreichten.

Marburg blieb bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918 als Teil des Herzogtums Steiermark und damit Österreich-Ungarns unter der Herrschaft der Habsburger. Während dieses Krieges kam es wegen vermuteter Staatsfeindlichkeit zu Zwangsinternierungen vieler Slowenen in Kärnten und der Steiermark, was zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der deutschsprachigen und slowenischen Volksgruppe führte.

Alte Weinrebe am Lent (Stara Trta) – Am Ufer der Drau wächst der älteste Weinstock der Welt (sein Alter wird auf über 400 Jahre geschätzt).

Nach einem Rundgang durch die schöne Stadt, beschliessen wir an einer Weindegustation mitzumachen. Im Zentrum der Stadt, unter dem Platz Trg svobode und noch weiter, breitet sich einer der größten und ältesten Weinkeller in Europa aus – über eine stolze Fläche von 15.000 m2 und mit 2,1 Kilometer langen unterirdischen Gängen, die uns in die Welt der Weingeschmäcker entführen!

Hölzerne Fässer, Betontanks, Flaschen mit Weinpatin. Die wertvollste Besonderheit ist sicherlich das Weinarchiv, wo Flaschen der besten Jahrgänge lagern.

Hier wird vor allem Weisswein angepflanzt. Nach der Degustation machen wir uns auf dem Heimweg.

Am nächsten Morgen, wieder bei schönstem Wetter, wird trotzdem zuerst Wäsche gewaschen! Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg Richtung Seilbahn.

Das Skigebiet Maribor Pohorje ist das größte Skigebiet in Slowenien und befindet sich südlich von Maribor im Gebirgszug Maribor Pohorje in der Untersteiermark. Das Resort besteht aus drei Abschnitten: dem unteren Abschnitt "Schneestadion", dem mittleren Abschnitt "Bolfenk" und dem oberen Abschnitt "Areh".

Es gibt hier eine Downhillstrecke für Mountainbiker, die redlich benutzt wird. Wir fahren mit der Seilbahn hoch auf 1'042 müM und wandern auf den höchsten Punkt auf 1'334 müM. Hier steht ein Aussichtsturm, welchen wir besteigen. Die Anstrengung lohnt sich - ein herrlicher Rundblick auch über Maribor entschädigt uns.

Zurück auf der Bergstation genehmigen wir uns ein kleines spätes Mittagessen, bevor es wieder hinunter geht.


14.10. - 16.10.2019

Maribor (Slowenien) - Sümegcsehi (Ungarn)

km 184 

Wir machen einen Abstecher nach Sümegcsehi (Ungarn). Hier wohnen seit 3 Jahren Luis und Trudi Durschei. Wir werden herzlich Willkommen geheissen, sie freuen sich wirklich über unseren Besuch. Zur Zeit sind ebenfalls Luis und Astrid Schnoz auf Besuch. Das WoMo können wir im Garten abstellen.

Am Nachmittag machen wir einen Spaziergang durch die Wälder von Ungarn. Luis erzählt uns von seinem Leben in Ungarn. Sie sind glücklich dort, vor allem ist auch die Lebensqualität in Ungarn sehr gut. In der Zwischenzeit kocht Trudi uns ein feines Nachtessen.

Am anderen Tag gehen wir alle Ungarns größte Büffelherde im Büffelreservat Kápolnapuszta. Das Reservat spielt in der Erhaltung der in Ungarn heimischen Büffel eine wichtige Rolle und ist ein beliebtes Ausflugsziel, um die domestizierten Tiere aus der Nähe zu betrachten. Eine Ausstellung zeigt die Flora und Fauna des Kis-Balatons und man kann die Geschichte der Büffelhaltung kennen lernen. Der Spazierweg mit Informationstafeln und die interaktive Ausstellung machen die Begegnung mit den Büffeln zu einem richtigen Erlebnis. Da jetzt keine Saison ist, können wir nicht mit der Pferdekutsche durch das Reservat fahren. 

Abends gehen wir alle zusammen in ein Restaurant in Sümeg. Das Essen ist sehr gut, grosse Portionen und dazu sehr billig!

Trudi, Luis und Astrid Schnoz fahren am Mittwoch in die Schweiz. Luis zeigt uns noch die Gegend um den Balaton, die uns wirklich gut gefällt. Nach einer feinen Pizza verabschieden wir uns und fahren weiter Richtung Rumänien.

Vor Budapest geraten wir in einen Verkehrsstau, den wir Zwei so nicht kennen. Innerhalb 2 Stunden kommen wir gerade mal 6 km weit! Da es dann schon dunkel ist, halten wir bei der nächsten Autobahntankstelle an, wo wir übernachten. Zum Schlafen kommen wir nicht viel, ist doch die ganze Nacht ein Kommen und Gehen der "7-Tönner", die auch dort Rast machen.


17.10.2019

Sümegcsehi (Ungarn) - Cristian (Rumänien)

Koordinaten:

B: 45.785430

L: 24.028747

km 743

Die Landschaft wird flach! Man sieht weit, das Wetter ist herrlich. Dann kommt endlich auch die Grenze nach Rumänien. Ja so leicht geht es nicht mehr - einfach durchfahren? Nicht möglich, jeder wird kontrolliert. Es sind schlussendlich 40 Minuten Warten! Na ja, wir haben ja frei und müssen nicht um eine Zeit irgendwo sein. 

Die Autobahn ist in perfektem Zustand. Doch plötzlich geht sie nicht mehr weiter, also über Hügel und Dörfer, Strassenzustand könnte besser sein. Doch so sehen wir viel von der schönen Landschaft.

Wir fahren bis kurz vor Sibiu (früher Hermannstadt) in ein kleines Dorf namens Cristian. Hier finden wir einen tollen Stellplatz inmitten der Kirchenburg in Cristian/Grossau. Die Mitarbeiterin des Pfarramtes, Frau Maria, steht zufällig vor dem Haus, begrüsst uns herzlich auf deutsch, so dass wir ohne Probleme auf den Kirchplatz fahren können. 

Es ist schon später Nachmittag, wir machen noch einen Rundgang durch Cristian.

Der Ort auf dem Königsboden wurde als Insula Christiani im Jahr 1223 erstmals urkundlich erwähnt.

Neben Apoldu de Sus (Großpold) und Turnișor (Neppendorf, heute Stadtteil von Hermannstadt) ist Großau eine der drei siebenbürgischen Gemeinden, in denen seit dem 18. Jahrhundert aus dem Salzkammergut und Kärnten vertriebene, protestantische Landler lebten und leben.

1850 lebten auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde 1'927 Einwohner. 1'281 davon waren Deutsche, 457 waren Rumänen, 185 Roma und vier waren Magyaren. 1977 wurde mit 4'573 die größte Bevölkerungszahl – und gleichzeitig die der Rumänen (1'943) und die der Siebenbürger Sachsen (2'616) – ermittelt. Die höchste Anzahl der Roma (450) wurde 1956 und die der Ungarn (23) wurde 1910 registriert. Bei der Volkszählung 2011 lebten auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde 3'665 Menschen. Davon waren 3'453 Rumänen, 44 waren Rumäniendeutsche, fünf waren Ungarn und drei waren Roma. Restliche machten keine Angaben zu ihrer ethnischen Zugehörigkeit.

Die Kirchenburg wurde im Jahr 1498 durch den Baumeister Meister Andreas Lapicida – einen Steinmetz aus Hermannstadt – am Fluss Zibin errichtet. Im 16. Jahrhundert kam eine Ringmauer dazu, da die Türken das Land wiederholt verwüsteten. Der alte Torturm wurde vom angrenzenden Fluss unterspült und später durch einen neuen ersetzt. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Kreishauptstadt ist die Großauer Kirchenburg ein beliebtes Ziel von Besuchern Hermannstadts. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.


18.10.2019

Sibiu (Hermannstadt)

Am Morgen geht es mit dem Bus, die Haltestelle ist vor unserem Stellplatz, nach Sibiu. Der Bus ist schon hier überfüllt und wir drängen uns mit Müh und Not noch hinein. Passieren kann uns bei einem Vollstopp nichts, wir sind eingeklemmt wie Sardinen in der Büchse. Nach 20 Minuten Höllenfahrt erreichen wir die Innenstadt. 

Hermannstadt (rumänisch Sibiu [si'biu], ungarisch Nagyszeben, siebenbürgisch-sächsisch Hermestatt) ist eine Stadt im Kreis Sibiu in der Region Siebenbürgen in Rumänien und war 2007 zusammen mit der Stadt Luxemburg Kulturhauptstadt Europas.

Vermutlich 1147 erreichten die ersten deutschen Siedler die Gegend; sie ließen sich auf dem Hügel über dem Zibin-Fluss, der heutigen Oberstadt, nieder. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1191 unter dem Namen praepositum Cibiniensem; eine Propstei entstand. Ab 1223 ist der lateinische Name „Villa Hermanni“ und ab 1241 die deutsche Entsprechung Hermannstorf belegt. Der Name leitet sich wahrscheinlich von der Bezeichnung der kölnischen Siedler ab, die ihren neuen Ort nach dem Erzbischof Hermann II. benannten oder aber einem Lokator namens Hermann.

Begünstigt durch seine Lage an der Kreuzung zweier wichtiger Straßenverbindungen wuchs die Siedlung in Folge stark an und zählte 600 Bewohner, eine damals für ein Dorf bereits ansehnliche Größe. Es wird vermutet, dass die ursprüngliche Siedlung als auch die damalige Kirche bereits mit Wällen oder Palisaden befestigt war. 1241 wurde Hermannsdorf wie viele andere Orte Siebenbürgens im Mongolensturm zerstört.

Das Dorf konnte sich allerdings schon bald von den Zerstörungen erholen und entwickelte sich in Folge zu einer Stadt. Ausdrückliches Stadtrecht kann aber erst ab Mitte des 14. Jahrhunderts angenommen werden. Der Name Hermannstadt wurde zum ersten Mal 1401 erwähnt, auch wenn er sicher schon zuvor in Gebrauch war. Das Wappen von Hermannstadt stammt aus der gleichen Zeit. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich Hermannstadt außerdem zu einem Handelszentrum von internationaler Bedeutung. Es war eine der wichtigsten Städte in Siebenbürgen – vielleicht sogar die wichtigste, da sie nicht nur Zentrum von Handel, Verwaltung und Kirche war, sondern auch die größten Befestigungen in ganz Siebenbürgen besaß.

1438 belagerten die Türken die Stadt, es gelang aber nicht, die Stadt einzunehmen. Hingegen wurde das gesamte Umland verwüstet. Als Folge der Bedrohung durch die Türken ließ die Stadt drei Mauerringe (die teilweise noch erhalten sind) mit 39 Türmen und mehreren großen Toren errichten. Sie wurde damit zur größten befestigten Stadt im Königreich Ungarn. Hermannstadt widerstand mehrfach Belagerungen durch die Türken, denen es nie gelang, die Stadt einzunehmen. 1445 bezeichnete deshalb Papst Eugen IV. Hermannstadt als Mauer und Schild der Christenheit. Jedoch verheerten die durchziehenden und vor der Stadt lagernden Heere wieder und wieder das gesamte Umland. Nur einmal gelang es dem ungarischen Fürsten von Siebenbürgen, Gabriel Báthory, durch eine Finte die Stadt zu besetzen, zu plündern und alle deutschen Bewohner der festen Mauern zu verweisen – eine bittere Lehre, die danach zu noch größerer Wachsamkeit und Misstrauen der Deutschen führte.

Um 1500 hatte Hermannstadt bereits etwa 6000 Einwohner. In der Reformation kamen ab 1523 Schriften von Martin Luther und Philipp Melanchthon in die Stadt. 1543 wurde das evangelische Glaubensbekenntnis eingeführt, weil die Stände einander die Glaubensentscheidung freigestellt hatten. Am 31. März 1556 brannte bei einem Stadtbrand die gesamte Unterstadt und auch ein Teil der Oberstadt nieder. An die 550 Gebäude wurden zerstört.

Hermannstadt war das politische Zentrum der Siebenbürger Sachsen und Sitz der Universitas Saxonum, einer Art Siebenbürger Parlament, das sich bis 1878 um siebenbürgisch-sächsische Belange kümmerte und ein Symbol der politischen Einheit und Unabhängigkeit der Siebenbürger Sachsen war.

Im Jahr 1692, nachdem Siebenbürgen Österreich angegliedert wurde, ließen sich in der Stadt kaiserliche Truppen nieder. General Damian Hugo von Virmont unterstützte den Bau der Jesuitenkirche am Großen Ring und die Rückgabe des Franziskanerklosters. Im Jahr 1781 fielen durch einen Erlass Kaiser Josephs II. die alten Gesetze, nach denen sich in der Stadt keine Angehörigen anderer Nationen ansiedeln durften. Dadurch konnten nun auch Ungarn und Rumänen innerhalb der Stadtmauern Besitz erwerben. Als erstes ließ die Witwe von Gergely Bethlen ein spätbarockes Palais neben dem reformierten Pfarrhaus in der Fleischergasse errichten, heute bekannt als „Das Haus mit Karyatiden“. In der Folge konnten auch die Rumänen erstmals Kirchen in der Stadt bauen, so etwa 1788 die Biserica din Groapă und die Biserica dintre Brazi. Im 18. Jahrhundert genoss Hermannstadt unter anderem den Ruf, östlichste Stadt Europas mit Postanbindung zu sein.

Im Kaisertum Österreich unterstand Hermannstadt bis 1867 wie ganz Siebenbürgen der kaiserlich-königlichen (k. k.) Regierung in Wien. Bei der Neugliederung in die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn wurde es zum Königreich Ungarn, zu Transleithanien, gezählt und unterstand nun bis 1918 der königlichen Regierung in Budapest. Sie war bestrebt die nichtmagyarischen Nationalitäten des Königreichs, damals etwa die Hälfte aller Einwohner Transleithaniens, zu magyarisieren.

Nach dem Ersten Weltkrieg entschieden sich die Rumänen Siebenbürgens am 1. Dezember 1918 in Alba Iulia (Karlsburg) für den Anschluss an Rumänien, der de facto auch sehr rasch erfolgte. Die Siebenbürger Sachsen und andere Siebenbürgendeutsche unterstützten dies, da sie sich in Rumänien (vergeblich) bessere Minderheitenrechte erwarteten. Im Vertrag von Trianon der Kriegssieger mit Ungarn wurde 1920 gegen den Protest der Magyaren fixiert, dass Siebenbürgen mit Hermannstadt bei Rumänien verbleibt. Auch danach blieb die Stadt weiterhin deutsch geprägt. Erst Ende der 1930er Jahre verloren die Siebenbürger Sachsen in ihrer Metropole die absolute Mehrheit.

2017 wurde Hermannstadt der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.


19.10.2019

Cristian - Curtea de Argeș 

Koordinaten

B: 45.095685

L: 24.654422

km 179

Heute steht eine ganz spezielle Reisestrecke auf dem Programm. Die Transfogarascher Hochstraße (rumänisch Drumul Transfăgărășan oder einfach Transfăgărășan) ist eine Gebirgsstraße in Rumänien. Die Straße verbindet das Argeș-Tal in der Großen Walachei mit dem Olt-Tal in Siebenbürgen, wobei sie das Făgăraș-Gebirge– eine Gebirgsgruppe in den Transsilvanischen Alpen – überquert. Die Transfogarascher Hochstraße ist Teil der 151 Kilometer (149,82 km) langen, in Süd-Nord-Richtung verlaufenden, Nationalstraße (Drum național) DN 7C. Wir fahren jedoch die umgekehrte Strecke - von Norden nach Süden.

Die heutige Transfogarascher Hochstraße war sowohl auf der Nord- als auch auf der Südseite nur ein Forstweg und Gebirgspfad. Schon 1969 wurde mit der Ausbesserung des Wegs auf der Südseite um den Vidraru-Staudamm begonnen. Offiziell soll der Straßenbau am 10. März 1970 begonnen haben. Im Auftrag des damaligen Staatsoberhaupts Nicolae Ceaușescu sollte die Hochstraße neben einem militärischen Zweck, verursacht durch das angespannte Verhältnis zur damaligen Sowjetunion nach den Ereignissen des Prager Frühlings, auch einen touristischen Zweck erfüllen. So sollten durch die Straßenverbindung über das Hochgebirge schnelle Truppenbewegungen ermöglicht werden. Nach viereinhalbjähriger Bauzeit wurde die Straße am 20. September 1974 eröffnet. Am Bau beteiligt waren Bergleute, Bauarbeiter, Bautechniker, die Mehrheit waren Soldaten der Regimenter 1 aus Râmnicu Vâlcea und 52 aus Alba Iulia. Der Bau der Straße forderte zahlreiche Menschenleben. Von offizieller Seite werden 40 Todesopfer beklagt; von Zeitzeugen dagegen werden 400 Tote am Vidraru-Staudamm genannt, und andere sprechen von 400 Toten am Bâlea-Tunnel. Eine genauere Anzahl der Todesopfer, die am Bau der Straße zu beklagen sind, ist somit unbekannt.

Zu Ehren derjenigen, die hier bei Bauarbeiten ums Leben gekommen sind, wurden bei „Poarta Întâlnirii“ und „Poarta Geniștilor“ Gedenktafeln angebracht. Diese werden immer wieder mal beschädigt.

Die Transfogarascher Hochstraße war lange Zeit die höchstgelegene Nationalstraße Rumäniens – in den Karpaten überhaupt –, bis die 148 Kilometer lange Nationalstraße DN 67C, die sogenannte Transalpina, von Bercești (Katastralgemeinde von Novaci) bis Sebeș (Mühlbach) über Pasul Urdele(2145 m), die Transfogarascher Hochstraße ablöste.

Das Wetter macht heute auch wieder mit, so dass wir die schöne Herbstlandschaft und die vielen Kurven (armer Tumaisch!) geniessen. Es ist Samstag und somit sind alle Rumänen ebenfalls unterwegs und geniessen den Tag mit ihren Familien.

In Curtea de Argeș finden wir ein bisschen ausserhalb der Stadt einen schönen ruhigen Campingplatz. 


20.10.2019

Curtea de Argeș - Zărnești 

Koordinaten

B: 45.578804

L: 25.343508

km 124

Sonntag, schon bald 2 Wochen unterwegs! Es geht Richtung Zărnești. Auch die Rumänen sind unterwegs, sei es mit dem Auto oder mit dem Pferdewagen. Alle geniessen den schönen Tag. Vielfach sieht man eine ältere Frau oder auch Kinder mit einer Kuh einen Spaziergang unternehmen. Der Schafhirt fragt uns nach Zigaretten. 

Mitten in der schönen Landschaft - die Firma Holcin mit ihrer Fabrik.

Kurz nach einem Aufstieg kommen wir an einen grossen Parkplatz, wo das Mausoleum Eroilor steht. Hier wird den Gefallenen des 1. Weltkrieges, 1916 - 1918 gedenkt. Im Innern sind alle Namen der Gefallenen in Tafeln eingetragen.

Nach Besichtigung fahren wir weiter. Wieder geht es über Pässe rauf und runter - wir sind uns ja die Kurven gewöhnt!

Am Nachmittag erreichen wir Schloss Bran.

Schloss Bran (auch Törzburg, rumänisch Castelul Bran, ungarisch Törcsvár) befindet sich in Bran in der Region Siebenbürgen in Rumänien.

Die Burg wird Touristen als Draculaschloss präsentiert, obwohl es dessen Beschreibung aus Bram Stokers Roman Dracula nur ganz entfernt ähnelt. Das historische Vorbild der Romanfigur, der walachische Fürst Vlad III. Drăculea, hat das Schloss wahrscheinlich auch nie betreten.

Bran in der Region Siebenbürgen in Rumänien.

Das Schloss Bran befindet sich auf dem sogenannten Felsen Dietrichstein, östlich des Piatra-Craiului-Gebirge, an einer Passstraße zwischen Siebenbürgen und der Großen Walachei – dem Drum național 73 – etwa 30 Kilometer südwestlich von der Kreishauptstadt Brașov (Kronstadt) entfernt.

Im Jahr 1211 schenkte König Andreas II. von Ungarn das Burzenland dem Deutschen Orden, einschließlich dem Recht, dort Burgen zu bauen – erst aus Holz, später dann auch aus Stein. Der Orden errichtete daraufhin Burgen an fünf strategisch wichtigen Plätzen, von denen aber nur die Marienburg (rumänisch Cetatea Feldioara) zweifelsfrei identifiziert werden kann. Es gibt die Meinung, die auf mehrere spätere Urkunden beruht, dass an der Stelle der späteren Törzburg zur Zeit der Deutschritter die Burg von Dietrichstein stand, wohl nach einem urkundlich erwähnten Komtur namens Dietrich (lateinisch Theodericus) benannt. Diese Burg ist von den Mongolen 1242 zerstört worden.

Nach dem Anschluss Siebenbürgens an Rumänien schenkte Kronstadt das Schloss am 1. Dezember 1920 Königin Maria, der Gattin König Ferdinands I., deren Tochter, Prinzessin Ileana, es schließlich erbte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Rumänien kommunistisch, und der Staat übernahm Schloss Bran. Unter Staatspräsident Nicolae Ceaușescu wurde es zur Touristenattraktion ausgebaut, die bis heute jährlich rund 560.000 Besucher anzieht.

Am 26. Mai 2006 erfolgte die Rückgabe des Schlosses an Dominic von Habsburg, seine Schwestern Maria Magdalena und Elisabeth, und die Erben von Prinzessin Ileana und ihrem Ehemann Anton Habsburg-Lothringen. Dominic Habsburg bot die Törzburg für 80 Millionen US-Dollar dem rumänischen Staat an. Da dieser das Angebot ausschlug, eröffneten die neuen Eigner die Törzburg am 1. Juni 2009 als Museum. Dort sind Objekte und Möbel aus dem Besitz der Familie Habsburg ausgestellt, darunter die Krone, ein Zepter und ein Silberdolch von König Ferdinand. Im Schlossturm wird ein Luxusappartement für Übernachtungen vermietet. Die ursprünglichen Exponate des Schlosses aus seiner Zeit im Staatsbesitz verbrachte das Kulturministerium in ein neues Museum im benachbarten Zollhaus an der ehemaligen Grenze zwischen Österreich-Ungarn und Rumänien.

Mehrfach, so auch Mitte 2014, berichteten Medien, dass das Schloss zum Verkauf stehe. Laut einer Vertreterin des Schlosses seien diese Berichte jedoch falsch und das Schloss stünde nicht zum Verkauf.

Das Schloss, das „Teehaus“ (Casa de Ceai), sowie das dazugehörige Freilichtmuseum (Secția Etnografică Bran) und das ehemalige Zollhaus, stehen unter Denkmalschutz.

Auch hier, wie überall auf der Welt, wird alles richtig vermarktet! Wir haben Glück, dass wir nicht so lange anstehen mussten. Als wir alles besichtigt haben, hat es eine lange Schlange von anstehenden Menschen.


21.10.2019

Zărnești  - 

Brăila 

Koordinaten

B:45.239605

L: 27.957968

km 322

Es geht langsam Richtung Donaudelta. Doch bevor wir die Donau erreichen fahren wir wieder durch schöne Landschaften über Pässe. Stausees hat es überall, welche sich wunderschön in die Landschaft einbeeten.

In Berca wollen wir uns die Schlammvulkanee ansehen.

Die Schlammvulkane von Berca (rumänisch: Vulcanii noroioși) sind ein geologisches und botanisches Schutzgebiet in der rumänischenGemeinde Berca im Kreis Buzău. Im Jahr 1924 wurde das Gebiet mit einer Größe von 30 km² zum Naturschutzgebiet erklärt.

Die Hauptattraktion des Schutzgebietes sind Schlammvulkane, die wenige Meter hoch sind. Es handelt sich um kalten Vulkanismus. Die Vulkane entstehen durch Gase, die aus ca. 3.000 m Tiefe durch ton- und wasserhaltige Schichten aufsteigen. An der Erdoberfläche trocknet der Schlamm und bildet Strukturen, die einem Vulkan ähneln. 

Da der Schlamm salz- und schwefelhaltig ist, entsteht eine vegetationsfeindliche Umgebung, in der sich aber einige seltene salzresistente Pflanzenarten angesiedelt haben.

Um diese Jahreszeit ist es natürlich mit den Pflanzen fertig und zum Wandern ungeeignet. Deshalb beschliessen wir uns weiter nach Brăila zu fahren, wo wir neben dem Hotel Nemo einen super Übernachtungsplatz neben der Donau finden.

Am Ufer liegt ein Hausboot. Die Besitzer laden uns herzlich zu einem Schnaps ein - selbstgemachter Wodka mit Kirschen - und das auf nüchternen Magen! Ein zweiter Schnaps wird nachgereicht. Als wir dann das Hausboot verlassen, sind wir nicht mehr auf ganz sicheren Füssen.

Deshalb nicht selber kochen, sondern auswärts essen. Es schmeckt hervorragend.


22.10. - 24.10.2019

Brăila - Murigiol

Koordinaten

B: 45.04375

L: 29.155214

km 144

Heute geht es weiter Richtung Donaudelta. Dafür müssen wir in Galati mit der Fähre über die Donau übersetzen. Fähre! Wir sind uns anderes gewöhnt - ein kleines Abenteuer. In Galati um die Kurve - und schon stehen wir Kolonne. Wie lange wir wohl warten müssen? Nach rund 3/4 Stunden sind wir endlich am Pier. Billet ist gelöst und so kann es auf die Fähre gehen. Verrostet - und doch haben wir alle Platz, sogar ein Lastwagen stellt sich vor uns hin. Die Überfahrt dauert kaum 15 Minuten.

Das Wetter ist leider nicht so, wie wir es gerne hätten! Aber seien wir doch ehrlich, bis jetzt war uns die Sonne hold, da kann ein nebliger Tag schon einmal drinliegen.

Wir finden einen kleinen Campingplatz in Murighiol. Der Besitzer - Stefan - begrüsst uns schon von weitem mit einem herzlichen Lächeln. Als wir aussteigen winkt er uns schon in seine "Sommerküche" und begrüsst und mit einem selbstgebrannten Schnaps 50%! - und das auf den leeren Magen! Ich muss nach einem Schluck aufgeben und sofort wird mir ein Wein serviert. Na, das beginnt ja gut!

Endlich können wir uns einrichten, die Sonne zeigt sich nun doch noch und wir machen einen Spaziergang entlang den Ufers der Donau.

Für Morgen haben wir eine Donaudelta-Tour gebucht. So heisst es für einmal Wecker stellen und dann ist um 06:00 Uhr Tagwache.


23.10.2019

Donaudelta-Rundfahrt

Der Wecker zeigt kein Erbarmen mit uns! Obwohl nicht so gut geschlafen - rundum hat es Hunde die bellen und Hühner die gackern - heisst es aufstehen. Auch heute Morgen hat sich der Nebel über das Delta gesenkt. Im Winter wird es hier bis -25 Grad Celsius kalt und das Donaudelta erstarrt im Eis! Wir haben uns für eine Tour von ca. 4 1/2 Stunden entschieden.

Das Donaudelta ist das zweitgrösste Flussdelta Europas nach dem Delta der Wolga. Es steht komplett unter Naturschutz. Drei grosse Arme durchziehen die fast 600 km2 grosse Wasserlandschaft. Der nördliche Chili-Arm bildet die Grenze zur Ukraine, der mittlere Sulina-Arm führt bis zur Stadt Sulina am Schwarzen Meer und am südlichen St. Georgs-Arm liegt das touristische Zentrum der Delta-Besucher.

Unser Guide holt uns am Camping-Platz ab. Es ist ein kleines, nicht gerade vertrauenswürdiges Boot! Hoffentlich ist es wasserdicht! Schwimmwesten sind obligatorisch - zum Glück, das gibt uns ein bisschen das Vertrauen zurück. 

Wir überqueren riesige Wasserflächen und sind doch nur in einem winzigen Teil des Deltas unterwegs. Unzählige Vögel leben hier. Wir sehen Pelikane, verschiedenste Reiherarten, Rallen, Eisvogel u.v.m.

Nach 3 1/2 Stunden, wir sind - trotz warmer Kleidung - langsam durchfroren, gibt es in einem kleinen Ort einen warmen Kaffee. Dann geht es langsam zurück, schlussendlich waren wir 5 Stunden unterwegs.

Zurück auf dem Camping hat Stefan für uns gekocht. Es gibt eine feine warme Fischsuppe, die uns langsam wieder aufwärmt. Natürlich wieder einen Schnaps dazu - für mich lieber Wein. Wir haben unsere Bäuche voll geschlagen, da kommt Stefan noch mit 3 verschiedenen gegrillten Fischen und Polenta an den Tisch. Mein Gott - das darf nicht wahr sein! Also bemühen wir uns auch diesen - wenigstens ein Teil davon - zu essen. Es ist wirklich gut! Der Wein und der Schnaps tut das übrige, die Sonne zeigt sich auch wieder und so gehen wir auf unsicheren Beinen zurück in unser WoMo, wo wir uns zuerst nach dieser Kälte und dem vollgestopften Magen, ausruhen müssen, bevor es dann unter die Dusche geht.

Stefan wollte uns noch am Abend Fisch grillien. Wir müssen jedoch dankend ablehnen, wir hätten beide keinen Bissen hinuntergebracht!


24.10.2019

Murighiol - Năvodari

Koordinaten 

B: 44.284593

L: 28.621210

km 147

Rumänien ist eine Reise wert. Obschon wir nur einen kleinen Teil davon gesehen haben. Die Einheimischen sind sehr freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. Das Land sehr schön mit vielen Gegensätzlichkeiten. Das Donaudelta wäre wahrscheinlich im Frühling oder Sommer noch viel schöner als in dieser Jahreszeit Trotzdem hat es uns sehr gefallen.

Die Fahrt geht weiter Richtung Bulgarien der Küste entlang. Wir finden einen Campingplatz in Năvodari. Wir sind die einzigen Gäste und haben den Platz für uns alleine. Der Strand ist sicher wunderschön, nur in dieser Jahreszeit wird nichts gepflegt, so dass überall Unrat liegt. Trotzdem machen wir einen Strandspaziergang, bevor es Zeit zum Schlafen ist.


25.10.2019

Năvodari - Bolata Beach

Koordinaten:

B: 43.383128

L: 28.470671

km 123

Weiter geht es der Küste entlang, bis wir an die Grenze kommen. Wir werden kontrolliert! Nach der Grenze müssen wir durch eine Strasse mit Wasser fahren, um die Räder zu reinigen? Das ganze WoMo reinigen wäre uns lieber gewesen! Bis jetzt eine sehr gepflegte Gegend, zwischendurch machen wir wieder Pause am Meer und schauen den vielen Fischern zu.

Ein Tipp, den in im Internet gefunden habe, führt uns ans Bolata Beach. Die Strasse ist eng und nicht gerade in einem idealen Zustand. Doch die schöne Bucht entschädigt alles!

In dieses Jahreszeit sind nur Fischer mit ihren Booten in der Bucht. Es werden jedoch nicht Fische, sondern Muscheln "gefischt".

Wir steigen die Felsen hinauf, wo wir eine wunderbare Aussicht über die Bucht und weiter geniessen. Beim Abstieg passiert mit ein Missgeschick, ich rutsche aus und mein operierter Zeh wird in starke Mitleidenschaft gezogen! Aua, gar nicht gut! Trotzdem schaffe ich den Rest des Abstiegs noch.

Die Fischer laden ihre Boote auf ihre Anhänger und verlassen einer nach dem anderen die Bucht. Zurück bleiben wir und geniessen den schönen Abend.


26.10.2019

Bolata Beach - Sozopol

km 298

 

Die Küste Bulgariens ist unterschiedlich: Zum Einen trifft man neue exklusive Resorts mit Golfplätzen, wo eine Runde 150 Euro kostet! Daneben stehen halb zerfallene Hotelkomplexe, die eher einem zerfallenen Dorf gleichen. Schade!

Wir fahren weiter Richtung Varna. Nördlich von Varna gibt es einen "Stone Forest", Pobiti Kamani. Sehr interessant - Filmkulisse für einige Filme! die Wissenschaft ist sich nicht sicher wie dieses Naturphänonem entstehen konnte.

Nach einer Stunde hat man alles gesehen. Deshalb machen wir uns zurück nach Varna, hier stehen übrigens bei allen Ausstellplätzen Prostituerte, traurige Angelegenheit. 

Eine Empfehlung im Internet empfiehlt noch Galata Beach. Nachdem wir durch den Wald die Treppen zum Beach hinuntergestiegen sind, ist die Bucht eine reine Enttäuschung! Das Wasser ist voller Öl, der Strand verschmutzt! Kein Platz zum Bleiben.

Also nichts wie weiter. Bis jetzt sind wir von der vielgepriesenen Küste Bulgariens enttäuscht! In Sozopol wollten wir eigentlich auf einen Campingplatz, doch diese sind alle geschlossen, so dass wir uns irgendwo an den Strand stellen und dort übernachten.


27.10.2019

Sozopol – Kavala

Koordinaten:

B: 40.915491

L: 24.377933

Km 504

Lagebesprechung: Wir einigen uns, dass wir Bulgarien hinter uns lassen und weiter Richtung Griechenland fahren, was eigentlich auch unser Ziel ist.

Im Landesinneren von Bulgarien begrüsst uns wieder der Nebel, die Strassen, obwohl Autobahn, lassen auch zu wünschen übrig. Je näher wir uns Griechenland nähern, desto schöner wird das Wetter. Die Landschaft gebirgig, die Strassen werden auch besser.

An der Grenze zu Griechenland überprüfen sie, ob wir einen Hund im WoMo haben. Wahrscheinlich nehmen viele Leute Hunde aus Ländern wie Rumänien und Bulgarien mit, die überall frei herumlaufen.

Vor Kavala, obschon im Internet gemeldet, dass der Campingplatz offen ist, finden wir uns wieder vor geschlossenen Türen. Schade, wäre ein schöner Platz direkt am Meer. Ich erkundige mich weiter im Internet, telefoniere noch zur Vorsicht und finde einen Campingplatz in Kavala, der offen hat.

Haha – offen! Wir können zwar dort übernachten, die Duschen haben jedoch nur kaltes Wasser! So bleiben wir auch nur für eine Nacht.


28.10. – 31.10.2019

Kavala – Kala Nera

(Pillon-Halbinsel)

Koordinaten:

B: 39.307520

L: 23.110246

Km 378

Am Anfang der Halbinsel in Volos fahren wir durch die Stadt. Es stehen Autos links und rechts, am Uferstrand stehen die Menschen sich fast auf die Füsse. Was ist hier los?

Endlich, ein superschöner Campingplatz in Terrassen angelegt empfängt uns. Wir fragen die Betreiberin nach dem Grund. Es ist der «Ochi-Tage» (Jahrestag des «Nein»): ein jährlicher Feiertag, der am 28. Oktober begangen wird. Hintergrund ist die Ablehnung des von Benito Mussolini am 28. Oktober 1940 an Griechenland gestellten Ultimatums vor dem Beginn des Griechisch-Italienischen Krieges. Wieder etwas Neues gelernt.

Auf dem Campingplatz sind wir nicht die Einzigen, die Halt machen. Es hat Schweizer, Deutsche, Österreicher, Belgier etc. Wir bekommen einen Platz unter Olivenbäumen mit schöner Aussicht aufs Meer. Die Badebucht liegt zu unseren Füssen. Hier bleiben wir ein paar Tage: zum Ausruhen, Grosswäsche! und natürlich Grossputzete! etc.

Natürlich schauen wir uns die danebenliegenden Dörfer an, die wir gut zu Fuss erreichen. Das tägliche Schwimmen im Meer tut auch der Seele gut – einfach einmal «Nichtstun» und den Sommer nochmals geniessen.


31.10.2019

Kala Nera – Athen

Koordinaten:

B: 38.009224

L: 23.672271

Km 254

01.11.2019

Athen – Kiveta

Koordinaten:

B: 37.974844

L: 23.238249

Km 60

Nach Abfahrt vom Camping lassen wir an der nächsten Tankstelle unser WoMo waschen. Der Angestellte macht dies gründlich und es dauert über eine Stunde – für nur 8 Euro!

In der Zwischenzeit schauen wir uns um. Der Bruder des Garagenbesitzers hat im Nebengebäude ein Geschäft zum Olivenöl herstellen. So haben wir einen super Zeitvertreib und können das ganze Procedere verfolgen, bis ein feines Olivenöl entsteht. Es wird uns auch freundlich Auskunft gegeben. Zur Herstellung eines Liters Olivenöl braucht es 10-12kg Oliven, je nach Wassergehalt der Oliven. Die Ernte ist in vollem Gange und es kommen immer wieder Bauern mit ihren geernteten Oliven an. Natürlich kaufen wir uns 5 Liter des frischgepressten Olivenöls.

Anschliessend fahren wir weiter Richtung Athen. Der Wetterbericht ist für heute nicht so toll. Wir haben jedoch Glück und Erreichen Athen am späten Nachmittag im Trockenen. Doch kaum sind wir eingerichtet fängt es an zu «schütten». So machen wir es uns gemütlich und verschieben unseren Besuch in Athen auf den nächsten Tag.

Am Morgen früh machen wir uns mit dem Bus auf den Weg in die Stadtmitte, das Wetter ist wieder schön und warm.

Beim Grabmal des unbekannten Soldaten machen wir den ersten Halt. Es ist eine besondere Form des Kriegerdenkmals, das an die nicht namentlich identifizierbaren gefallenen Soltaten eines bestimmten Krieges oder überhaupt aller Kriege erinnert. In vielen Kriegen vergangener Zeiten, besonders aber in den Grabenkriegen des ersten Weltkriegs, wurden die gefallenen Soldaten anonym in Massengräbern bestattet.

Im übertragenen Sinn steht das Grabmal des unbekannten Soldaten nicht nur für die anonym an einem unbekannten Ort gefallenen Soldaten, sondern stellvertretend für das Grabmal jedes Soldaten, der im Krieg fiel oder an seinen kriegsbedingten Verwundungen verstarb, und ist oft ein symbolisches Kenotaph (leeres Grab).

Vor dem Alten Schloss, dem heutigen Parlamentssitz, haben sich ein paar Leute versammelt und wir schliessen uns diesen an. Die kiltähnlichen Kleidungsstücke haben eine lange Tradition und sind handgefertigt. Sie haben 400 Falten, die als Symbol für die 400-jährige Besatzungszeit der Türken gelten. Besonders haben es uns die Schuhe angetan: sie haben einen schwarzen Pompon auf der Oberseite und die Sohle wird mit 60 Nägeln fixiert. Mit etwa 3kg ist dieser Schuh echt schwer (Google sei Dank!). Die zwei Wächter, die vor dem Grabmal auf dem Syntagma Platz stehen, wechseln alle 20 Minuten ihre Position und bleiben dazwischen völlig unbeweglich stehen. Sie schreiten würdevoll, in einem sehr markanten Laufstil.

Die Akropolis ist wohl die bekannteste Vertreterin der als Akropolis bezeichneten Stadtfestungen des antiken Griechenlands. Die Athener Akropolis mit ihren bemerkenswerten Gebäuden wird deshalb oft einfach «die Akropolis» genannt. Den ältesten Teil der Stadt Athen liess Perikles nach der Zerstörung durch die Perser unter Leitung des berühmten Bildhauers Phidias von den Architekten Iktinos und Kallikrates, sowie Mnesikles neu bebauen. Auf einem flachen, 156 Meter hohen Felsen stehen die zwischen 467 v. Chr. Und 406 v. Chr. Erbauten Propyläen, das Erechtheion, der Niketempel und der Parthenon, in dem eine kolossale Statue der Göttin Athene aus Gold und Elfenbein stand.

Die Akropolis in Athen ist seit 1986 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Nach 7 Stunden Laufen und Schauen nehmen wir den Rückweg auf den Campingplatz unter die Füsse bzw. Bus! Wir beschliessen noch am gleichen Tag ein bisschen weiter zu fahren, da der Platz an einer viel befahrenen Strasse liegt, wo Tag und Nacht 40-Tönner durchrattern!

Wir finden, mit Hilfe unseres Stellplatz-App’s, einen schönen Platz am Meeresrand, wo wir es uns gemütlich einrichten.


02.11.2019

Kiveta – Kiveri

Koordinaten

B: 37.527856

L: 22.731188

Km 139

Am frühen Morgen erwartet uns ein herrliches Morgenrot, bevor die Sonne ganz aufgeht. Es geht weiter Richtung Korinth. Hier blüht es überall noch wie im Sommer, es zeigen sich üppige farbige Sträucher überall.

Wir erreichen Korinth am Isthmus von Korinth, bzw. dem «Isthmus», einer Landenge, welche die Peloponnes und das griechische Festland verbindet. Erdbeben haben die Stadt wiederholt zerstört. Der «Isthmus» wurde in der Antike mit Schiffen überquert, indem sie auf Schiffskarren in vorgefertigten Spurrillen über die felsige Landenge geschleppt wurden. Die Trasse dazu ist unter dem Namen «Diolkos» bekannt. Der Kanal von Korinth wurde in den Jahren 1881 – 1893 gebaut. Er ist 6343m lang. Es wurde bis zu 84m in die Tiefe durch Felsgestein hindurch gearbeitet. Dadurch erreichte man eine Wassertiefe von etwa 8m. Das Kanalbett ist im Niveau des Wasserspiegels etwa 24.6m breit, verengt sich jedoch bis zum Grund auf ca. 21m, während die obere lichte Weite des Geländeeinschnitts durchschnittlich 75m beträgt. Die Steilwände am Kanal ragen in einem Winkel von 71-77° bis zu 79m in die Höhe. Auf der Höhenlage kreuzen fünf Brücken den Kanal. An beiden Enden des Kanals sind absenkbare Brücken. Wenn sich ein Schiff nähert, werden sie durch ein motorengetriebenes Gestänge im Kanal versenkt.

1944 sprengte die deutsche Wehrmacht einen Teil der Steilwand und alle Brücken über den Kanal. Um einen späteren Wiederaufbau zu erschweren, wurden zusätzlich Lokomotiven und Eisenbahnwagen in den Kanal geworfen und Minen platziert. Der Wiederaufbau wurde mit Hilfe des United States Army Corps of Engineers 1946 begonnen und bereits im November 1948 abgeschlossen. Es mussten mehrere hunderttausend Tonnen Geröll beseitigt werden.

Wir fahren weiter Richtung Epidavros. Unterwegs machen wir einen Mittagshalt, ein schönes Restaurant erhöht über einem kleinen Dorf mit herrlichem Blick auf die Bucht. Das Essen ist sehr gut, nur sind die Portionen viel zu gross.

Wir finden am Stadtrand von Palea Epidavros ein kleines Theater aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., das in der Antike vermutlich zu einem Dionysos-Heiligtum gehörte. Im Juli finden dort an den Wochenenden Konzerte statt, im restlichen Sommer wird es heute für den Musikunterricht genutzt.

Das Theater verfügt über eine exzellente Akustik, so dass man auch von den obersten Reihen jedes Wort verstehen kann. Erreicht wird dies vermutlich durch die nach unten gewölbte Form der Sitzsteine. Ein beliebter «Akustik-Test» ist das Fallenlassen einer Münze auf die Steinplatte im Zentrum des Bühnenrings, das auch vom obersten Rang problemlos gehört werden kann.

Daneben befinden sich, wie überall in Griechenland, Ausgrabungen.

Auch heute finden wir wieder in einer Bucht einen schönen Platz am Meeresrand. In der Nähe, gut zu Fuss erreichbar, ist noch eine Bar, bei welcher wir uns zwei Ouzo genehmigen.    


03.11. – 05.11.2019

Kiveri – Lampiri

Koordinaten:

B: 38.321225

L: 21.972076  

Km 189

An diesem Morgen erleben wir einen noch schöneren Sonnenaufgang vor unserer «Haustüre»! Schöner kann es gar nicht sein. Trotzdem packen wir unsere Sachen wieder sattelfest und fahren weiter, es ist wieder einmal Zeit Wäsche zu waschen. Um diese Jahreszeit ist es nicht immer einfach einen Campingplatz zu finden. Doch nichts ist unmöglich!

Wir weichen wieder einmal von unserem Navi ab und fahren über Nebenstrassen durch Täler und über Hügel. Orangenplantagen, Olivenplantagen, Weinanbaugebiete, kleine Dörfer und immer wieder, ausserhalb der Ortschaften, Friedhöfe. Wir geniessen den schönen Tag, bleiben ab und zu wieder stehen, um Sonne zu tanken und erreichen am späteren Nachmittag den Campingplatz.

Siehe da, wir sind nicht die einzigen Schweizer, die diesen Platz ausgewählt haben. Ein junges Paar mit Kleinkind aus dem Bernbiet, schon seit Anfang September unterwegs, ein junges Paar aus dem Baselbiet, auch schon länger unterwegs und schlussendlich ein junges Paar aus Zürich, auch sie schon 2 Monate unterwegs.

Das Restaurant ist auch geöffnet, so dass wir uns wieder einmal verwöhnen lassen und einheimische Speisen geniessen.

In der Nacht regnet es. Da der Wetterbericht uns verspricht, dass es am Morgen noch schön sein soll, nehmen wir unseren Mio wieder einmal aus der Garage und fahren ein bisschen in der Gegend rum. Um diese Jahreszeit ist nicht alles offen – schade. In dieser Gegend gibt es auch nicht gerade viel zu sehen, so dass wir uns gegen Mittag auf den Rückweg machen. Den letzten Kilometer kommen wir noch in ein Gewitter, so dass wir nass bis auf die Unterwäsche auf dem Campingplatz ankommen. Also raus aus den nassen Sachen, Umziehen und uns gemütlich einrichten im WoMo.


05.11.2019

Lampiri - Mytikas

Koordinaten:

B: 38.673716

L: 20.940828

km 149

Richtung Patras fahren wir von dort über die Rio-Andirrio-Brücke, ansonsten hätten wir zurück nach Athen fahren müssen. Die Straßenbrücke führt über die Meerenge von Rio-Andirrio (Στενό Ρίου-Αντιρρίου), die den Eingang zum Golf von Korinth bildet. Sie wurde 2004 eröffnet und verbindet Andirrio am Nordufer mit Rio auf dem Peloponnes, acht Kilometer östlich von Patras. Sie erregte Aufsehen, weil es lange für unmöglich gehalten wurde, eine Brücke in einem Erdbebengebiet über eine 2,5 km breite und 65 m tiefe Meerenge ohne stabilen Boden zu bauen.

Das Ziel ist die Insel Lefkada. Wir nehmen es gemütlich, finden ein kleines Restaurant, wo wir sehr gut essen.

Schlussendlich fahren wir nur bis Mytikas, ein kleines Dorf an einer Bucht, wo wir es uns gemütlich einrichten. Am späteren Abend machen wir noch einen Spaziergang ins Dorf und trinken unseren Schlummertrunk in einer kleinen Bar, bzw. draussen auf der Strasse, wo wir dem Treiben der Einheimischen zuschauen.


06.11.2019

Mytikas - Kathisma Beach (Insel Lefkada)

Koordinaten:

B: 38.776372

L: 20.600459

km 151

Nun geht es definitiv Richtung der Insel Lefkada. Es geht wieder einmal über Hügel und durch Täler. Die Strassen zum Teil katastrophal (bei unseren Reisen eher üblich!), Dörfer, die nur aus Ruinen bestehen. Plötzlich öffnet sich die Sicht und wir sehen Lefkada.

Lefkada liegt nordwestlich der Halbinsel Peloponnes (Morea) und nördlich der Insel Kefalonia im Ionischen Meer und gehört heute zu Griechenland. Die Insel war schon in prähistorischer Zeit besiedelt. Die ältesten archäologischen Funde sind rund 110.000 Jahre alte Steinwerkzeuge der Neandertaler.

Im Mittelalter war Lefkada zunächst ein Flottenstützpunkt und gehörte zum byzantinischen Reich. Der italienische Name Santa Maura leitet sich vom mittelalterlichen Kastell desselben Namens der gleichnamigen Inselhauptstadt Lefkada ab, das hier von der italienischen Herrscherfamilie Tocco errichtet wurde. Lefkada gehörte von 1185 bis 1479 zur Pfalzgrafschaft Kefalonia und Zakynthos. Die Türken hielten die Insel, als einzige der Ionischen Inseln, längere Zeit besetzt und zwar von 1479 bis 1502 und von 1504 bis 1684 und nochmals kurzzeitig von 1715 bis 1716 während des Venezianisch-Österreichischen Türkenkriegs. Die Insel wurde durch eine Gegenoffensive von Feldmarschall Johann Matthias von der Schulenburg, der kurz zuvor die türkische Belagerung von Korfu aufgehoben hatte, 1716 für die Republik Venedig zurückerobert, die es seit 1684 und endlich bis 1797 in Besitz hatte. Anschließend gehörte die Insel zu der Republik der Ionischen Inseln. 1864 wurde Lefkada mit dem Königreich Griechenland vereinigt.

Dank der beweglichen Schwimmbrücke darf sich Lefkada heute noch Insel nennen.

In Lefkada trinken wir zuerst einen Espresso, in der Bucht sieht man nur Segelschiffe - hunderte! Etwas Einkaufen müssen wir auch noch. Wir finden einen Laden, indem man wirklich alles kaufen kann - von Kleider über Gartenartikel, Elektromaterial etc. etc. So einen Laden haben wir noch nie gesehen!

Zum Ziel haben wir uns den Nydri-Wasserfall ausgesucht. Gemäss Internet:

"Etwa 3 Km oberhalb des Dorfes Nydri, in der Schlucht von Dimossari / Δημοσάρη, findet man den Wasserfall von Nydri (auch Dimossari-Wasserfall). Man vermutet kaum, dass das kleine Rinnsal, welches in Nydri ins Meer mündet, einen so schönen Wasserfall zu bieten hat.

Sicherlich ist er nicht sehr Spektakulär, aber eingebettet in wunderbarer Natur ist es doch sehr Sehenswert. Auch bei Sommerlichen Temperaturen ist es hier angenehm kühl."

Wir finden leider kein Wasser beim Wasserfall vor. Wir vermuten, dass das Wasser in der Nebensaison schon weiter oben in einen Speicher geleitet wird.

Na ja, der Spaziergang hat uns gut getan - fahren wir weiter. Es soll ja sehr schöne Buchten auf Lefkada geben.

Im Internet finde ich eine besonders schöne Bucht, also nichts wie los! Diese befindet sich auf der Westseite der Insel. Die Insel hat eine Fläche von 354,121 km² bei einer maximalen Länge von 35 km und einer Breite von bis zu 15 km und etwa 23.000 Einwohner. Höchste Erhebung ist der Berg Elati oder Stavrota mit 1158 Metern. Es heisst also wieder den Berg rauf und runter bis wir den Zugang zum Milos-Beach finden. Also diese Zugangsstrasse zum Beach ist für Tumaisch mit unserem WoMo schon eine Herausforderung. Doch wir schaffen es tatsächlich bis zum Beach und dann? Geschlossen! Wir steigen trotzdem aus und gehen noch zu Fuss an den Strand, das Wasser türkisfarben und sehr viele Wellen, die sich an den Steinen brechen. Wirklich schön!

Aber parkieren hier - keine Chance. Deshalb umkehren und den Berg hinauf. 10km weiter finden wir doch noch einen schönen Übernachtungsplatz am Meer beim Kathisma Beach. Wir sind fast alleine, Strand soweit das Auge reicht und Meeresrauschen unsere Musik zum Einschlafen.


07.11.2019

Lefkada - Acheron-Springs

Koordinaten:

B: 39.328335

L: 20.620961

km 102

Heute verlassen wir Lefkada - es geht langsam wieder Richtung Norden. Bis Ende November haben wir noch Zeit, um noch einiges zu sehen.

Das Wetter sieht nicht gerade prächtig aus und es fängt an zu "schütten". Trotzdem fahren wir Richtung Acheron-Springs.

In der griechischen Mythologie sowie in Dantes Göttlicher Komödie ist er einer der fünf Flüsse der Unterwelt, in den die anderen, Styx, Kokytos, Phlegethon und Lethe einmünden. Er gilt – neben der Styx – als Totenfluss, über den Charon mit seiner Fähre die toten Seelen in den Hades gebracht hat. In Platons Phaidon werden die Toten beschrieben, die einen „mittelmäßigen Wandel geführt haben“ und über den Acheron zu einem See gelangen, in dem sie sich reinigen und ihre Verfehlungen abbüßen, bevor sie wiedergeboren werden. Gelegentlich wird Acheron auch als Synonym für den Hades selbst benutzt. An seiner Mündung stand der Sage nach ein Totenorakel.

Acheron ist in der Mythologie ein Okeanide, einer der dreitausend Söhne und Töchter des Okeanos und der Tethys. Zusammen mit der Nymphe Orphne (bzw. Gorgyra) zeugte er Askalaphos.

Wir kommen bei trockenem Wetter an. Doch dauert es nicht lange, bis es wieder anfängt zu regnen. Regnen? Nein ein Gewitter zieht über uns mit Blitz, Donner und Hagel. Also schön im Trockenen bleiben und Abwarten.

Nach dem Mittagessen (Risotto mit Schwämm) lichtet sich der Himmel und die Sonne zeigt sich. Wir warten noch 20 Minuten, bevor wir uns auf den Weg machen. Es ist wirklich ein Naturschutzgebiet, man fühlt sich im Urwald. Das Wasser leider durch das Gewitter nicht klar. Bald merken wir jedoch, dass wir wieder einmal auf der falschen Seite eines Flusses sind. Also zur¨ück und auf die andere Seite fahren.

Kaum sind wir angekommen, fängt es wieder an zu regnen und bald folgt ein Gewitter nach dem anderen.

So beschliessen wir schlussendlich hier zu übernachten und hoffen, dass es morgen wieder schöner ist. 


08.11.2019

Acheron-Springs - Plataria

Koordinaten:

B: 39.444130

L: 20.272913

km 

Was für eine Nacht! Ein Gewitter löst das nächste Gewitter ab! Donner, Blitz und Hagel die ganze Zeit. Irgendwann schlafen wir trotzdem ein.

Ich werde wach, meinte zu träumen, als ich Stimmen hörte. Plötzlich klopft es an unsere Türe! Es ist fast Mitternacht! Der Besitzer des etwas höher gelegenen Hotels hat uns geweckt und uns dringend geraten, unseren Platz zu verlassen, da in den nächsten 10 Minuten der Acheron-Fluss über die Ufer treten wird. Ich bedanke mich und wecke Tumaisch, der bis jetzt nichts mitbekommen hat. Und tatsächlich, als wir uns die Situation anschauen, braucht es nicht mehr viel und wir stehen unter Wasser.

Wir befestigen all' unsere Sachen und brausen los. Ein paar Kilometer weiter finden wir in einem Dorf ein Plätzchen neben einer Töffgarage. Es dauert ein bisschen, bis wir wieder einschlafen können.

Mit unserer Wanderung am Acheron-Springs wird nichts, genauso mit der nächsten geplanten Wanderung in einem Naturschutzgebiet. Es regnet immer noch, nicht mehr so intensiv, aber eben. 

So machen wir uns auf den Weg weiter Richtung Norden. Es sieht überall schlimm aus, Land unter Wasser, Geröll und Wasser auf der Strasse. Wir müssen vorsichtig fahren und immer wieder dem Geröll ausweichen.

Schlussendlich landen wir in Plataria, ein kleines Dorf in einer Bucht. Die Sonne zeigt sich wieder. Neben einem Restaurant finden wir einen Platz. Der Besitzer kommt gerade mit dem Auto an, mit einer Kiste voll frischen Mandarinen und ich frage ihn, ob wir hier bleiben dürfen. Kein Problem und schenkt uns einige Mandarinen. Seine Frau erzählt uns, dass sie sich nicht erinnern kann, ein solches Unwetter hier je erlebt zu haben. Es sieht auch hier alles verwüstet aus.

Die Mandarinen sind super, der Geschmack einmalig. Nicht so wie diese, welche wir in der Schweiz kaufen.

Wir machen uns einen gemütlichen Tag, nehmen ein Apéro in einer kleinen Bar neben dem Strand, schauen uns die Schäden an. Schiffe in der Werft hat es umgekippt, die Feuerwehr hilft überall.

So etwas in diesem Ausmass haben wir noch nie erlebt. Zum Glück hat uns der Hotelbesitzer geweckt, wer weiss, was sonst geschehen wäre!


09.11.2019

Plataria – Ksamil

Koordinaten:

B: 39.778192

L: 20.005996

Km 115

 

10.11.2019

Ksamil – Orikum

Koordinaten:

B: 40.342381

L: 19.479862

Km 130

Wir fahren der Küste entlang weiter Richtung Norden. Das Wetter ist durchzogen, es regnet immer wieder. Die Küste ist sehr steil, es geht rauf und runter. 10% Steigung oder Neigung ist normal! Die Strassen jedoch sehr gut ausgebaut. Schaf- und Geissenherden sieht man überall. Die Kühe laufen der Strasse entlang, man muss wirklich aufpassen. In Ksamil finden wir einen Campingplatz. Dort treffen wir ein deutsches Ehepaar, Silvia und Roland, die schon seit Ende August unterwegs sind. Von der Tochter des Besitzers bekommen wir als Willkommen einen feinen Kaffee. Schnell noch eine Waschmaschine machen, bevor es wieder zu regnen anfängt. Es reicht noch für einen kurzen Spaziergang ins Dorf.

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Silvia und Roland und wünschen weiterhin eine schöne Reise.

Heute spielt das Wetter wieder mit, ein herrlicher Tag. Plötzlich sehen wir eine Burg in einer Bucht. Wir halten an und beschliessen, diese anzuschauen. In der Mitte der Bucht liegt eine kleine Halbinsel, deren Verbindung zum Festland als Stellplatz für Campingwagen und als Badestrand dient.

Auf der Halbinsel liegt eine gut erhaltene alte Festung, die Kalaja e Porto Palermos (deutsch Burg von Porto Palermo). Die Anlage mit dreieckigem Grundriss und drei runden Eckbastionen ist der dreieckigen Festung in Butrint ähnlich. Sie lag einst in militärischem Sperrgebiet und wurde während der kommunistischen Zeit noch vom albanischen Militär genutzt. Heute ist die Festung gegen eine kleine Gebühr zugänglich und kann erkundet werden. Durch die dunklen Gewölbe gelangt man auf das Dach, von wo man einen guten Ausblick auf die Bucht hat.

Die Entstehungs- und Baugeschichte ist nicht ganz klar. Meist wird ausgeführt, die Festung sei zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Ali Pascha Tepelena erbaut worden, als er die Unabhängigkeit seines Paschaliks von Janina vom Osmanischen Reich anstrebte und im gesamten Süden des heutigen Albanien Festungen bauen und renovieren ließ. Die um 1500 erbaute dreieckige venezianische Festung am Vivar-Kanal in Butrint soll als Vorbild für Porto Palermo gedient haben. Es existierten aber bereits zuvor Festungsanlagen.

Vielleicht gab es bereits eine venezianische Befestigung, die um die gleiche Zeit wie diejenige in Butrint vor dem Aufkommen des Bastionärsystems im Festungsbau errichtet worden war. Überliefert ist, dass im Jahr 1662 die Türken eine bestehende Festung in Porto Palermo modernisierten oder eine neue Festung in Porto Palermo errichteten. Die Anlage diente in erster Linie der Kontrolle der lokalen Bevölkerung im Großraum Himara, die sich immer wieder gegen die Türken erhoben hatte.

Wie die Sulioten kämpften die Bewohner von Himara um das Jahr 1800 auch gegen Ali Pasha Tepelena, der sie teilweise sehr blutig unterdrückte. In diesen Zeitraum fallen auch die Bauaktivitäten an der Festung von Porto Palermo. In der Folge wurde es ruhig in der Region. 1803 bot Ali Pascha den Hafen und die Festung, die zu diesem Zeitpunkt lediglich vier oder fünf Geschütze besaß, der britischen Royal Navy an.

Der  Burgwächter erklärt uns die Geschichte.

Als wir zurück gehen, begegnet uns noch ein Fischer, der gerade seinen Fang nach Hause bringt.

Es geht weiter den Berg hinauf – bis über 1000 müM. Hier ist ein Naturschutzgebiet, wo wie eigentlich einen Platz zum Übernachten suchten, jedoch nichts fanden. Also geht es weiter den Berg hinunter. Fahren wir halt bis zur Küste. Leider finden wir keinen Platz, wo wir frei stehen können. Jedoch gibt es einen kleinen Campingplatz, den wir anfahren.

Welche Überraschung, Silvia und Roland sind ebenfalls hier. Im kleinen Restaurant, dass zum Camping gehört, beschliessen wir etwas zu essen. Es kommt noch ein Ehepaar aus Ostdeutschland, die sind schon seit April unterwegs und werden noch bis April 2020 weiterfahren. Uns wäre das zu lange – 2 Monate sind ideal!

Es wird ein schöner, gemütlicher Abend, bevor wir uns alle zur Ruhe legen.


11.11.2019

Orikum – Nationalpark Divjaka – Karavasta

Koordinaten:

B: 40.973659

L: 19.480691

Km 134

Nach ca. 100km finde ich im Internet den Nationalpark Divjaka-Karavasta. Kurzfristig entscheiden wir uns, diesen anzufahren. Und es hat sich wirklich gelohnt. Die Strasse dorthin ist zwar teilweise katastrophal, Tumaisch muss vielen Löchern ausweichen!

Wir begegnen immer wieder Esel, Karren, die von Pferden gezogen werden. Doch sieht man, dass Albanien im Aufbruch ist. Es wird gebaut, zuerst ein Stockwerk, die Armierung für das zweite Stockwerk lässt man draussen. Ist wieder Geld vorhanden, wird weiter gebaut. Manchmal sind die Häuser sehr farbenfroh, von grün zu rot, über violett etc.

Der Nationalpark Divjaka-Karavasta (albanisch Parku Kombëtar Divjakë-Karavasta) ist ein Nationalpark in Westalbanien direkt am Adriatischen Meer zwischen den Flüssen Shkumbin im Norden und Seman im Süden. Am Eingang zum Park liegt wenig östlich das Städtchen Divjaka, die Städte Rrogozhina und Lushnja liegen nur wenige Kilometer entfernt. Das Schutzgebiet umfasst seit 1994 insgesamt 222,302 Quadratkilometer der Lagune von Karavasta und die umgebenden Pinienwälder. Es ist bewacht und umzäunt.

Im bis anderthalb Kilometer breiten Waldstreifen entlang der Küste stehen Bäume, die mehr als 400 Jahre alt sind. Der von Waldbränden bedrohte Baumbestand wird immer wieder aufgeforstet.

Als wir am Strand ankommen, wird zuerst etwas gegessen. Plötzlich tauchen ein paar Pferde auf. Da wir noch altes Brot haben, gehe ich nach draussen und verfüttere das Brot an die Pferde. Nachher machen wir zuerst eine Runde auf dem Strand. Durch das Unwetter in den letzten Tagen, wurde auch dieses überschwemmt und es zeigen sich teilweise richtige Kunstwerke im nassen Sand.

Wir fahren ein bisschen zurück und finden einen Turm, den man besteigen kann. Der «Parksheriff», Jonnie der Pelikan, begrüsst uns am Tor! Er lässt sich durch uns nicht weiter stören. Also steigen wir 260 Tritte hinauf, von wo man einen herrlichen Blick über den ganzen Nationalpark hat. Es gibt hier sehr viele Tiere: Bären, Wolf, zig Vogelarten etc.

Zwischendurch treffen wir noch Brautpaare, die im Park ihre Fotosession haben. Zuerst eine Braut ganz in Rot, später eine Braut in Weiss.

Wir streifen noch ein bisschen durch den Urwald – natürlich auf Wegen. Nach einer Ruhepause nehmen wir in einem kleinen Restaurant noch ein Nachessen ein. Wir haben jedes Mal fast ein schlechtes Gewissen, wenn es ans Bezahlen geht. Für Salat mit grosser Pizza, Wein, Kaffee und Schnaps zahlen wir keine sFr. 15.00! Wohlverstanden für zwei Personen.

Wir verbringen eine ruhige Nacht in diesem schönen Nationalpark.


12.11.2019

Nationalpark Divjaka-Karavasta – Utjeha-Busat (Montenegro)

Koordinaten:

B: 42.010067

L: 19.151827

Der Wetterbericht für heute ist katastrophal. Zum Glück sind wir immer früh wach, bis zum Mittag sollte es noch nicht regnen. Also nichts wie los Richtung Durrës. Dort wollen wir wieder einmal eine Stadt anschauen.

Durrës ist eine Hafenstadt an der Adria im Westen von Albanien, westlich der Hauptstadt Tirana. Ein Wahrzeichen der Stadt ist das riesige römische Amphitheater. In der Nähe befindet sich eine Kirche aus dem 9. Jahrhundert, deren Wände mit Mosaiken verziert sind. Im Archäologischen Museum sind Fundstücke aus der Zeit der Griechen, Hellenen und Römer zu sehen. Der breite Strand von Durrës bietet flaches Wasser und liegt unweit der ehemaligen Sommervilla von König Zogu aus dem 20. Jahrhundert.

Na ja, es windet wie verrückt, so dass wir uns für die Besichtigung des Amphitheaters entscheiden, sowie die Fatih-Moschee. Ob wir diese Innen anschauen können, wissen wir nicht.

Das Amphitheater ist natürlich nicht zu vergleichen mit dem in Griechenland, aber trotzdem sicher sehenswert.

Die Fatih-Moschee sieht man schon von Weitem. Wie überall ist auch diese Moschee renoviert und von aussen sehr schön anzuschauen. Wir steigen die Treppen hoch und frage den Herrn, der gerade Hinunter kommt, ob es möglich ist, die Moschee von innen zu besichtigen. Wir haben Glück, durch den Männereingang, natürlich ohne Schuhe, dürfen wir die Moschee betreten.

Die Fatih-Moschee ist ein bedeutendes historisches Bauwerk in der zentralalbanischen Hafenstadt Durrës. Sie ist die drittälteste Moschee des Landes und wurde 1973 zum Kulturdenkmal erklärt. Die Fatih-Moschee befindet sich im historischen Stadtkern von Durrës angrenzend zu den Festungsmauern aus venezianischer Zeit.

Der Himmel wird immer dunkler, nichts wie los und zurück zu unserem WoMo. Kaum sind wir eingestiegen, öffnet sich der Himmel und lässt alles Wasser, dass er die letzten 5 Wochen uns nicht hat sehen lassen, hinunter.

Wir fahren weiter, das Wetter sieht wirklich nicht gut aus. Irgendwann erreichen wir die Grenze zu Montenegro. Es sind 5 Auto vor uns, die Wartezeit ist schlussendlich eine halbe Stunde. Da der Wetterbericht nicht Gutes verheisst bis morgen früh, fahren wir einen Campingplatz an, damit wir wenigstens wieder einmal unter die Dusche können.